Church Gone Wild / Chirpin Hard

Church Gone Wild / Chirpin Hard

Hella

Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
ordentlich
gut
sehr gut

Das Gitarre-Schlagzeug-Chaosduo Hella übernimmt ein bewährtes Erfolgsrezept. In bester Outkast-Manier verteilen Zach Hill und Spencer Heim ihre Visionen, Entwürfe und Töne auf zwei Hälften eines Doppelalbums – und sind damit so gut wie nie zuvor.

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Nun ist "Gold Mine, Gold Yours" nicht "The Way You Move" und "We Was Just Boys, Living In A Dead Ass German Shepard" nicht "Hey Ya". Stimmen bleiben draußen, smoothes Popgefühl muss jetzt gehen. Der Urlaub voneinander, das getrennte Erkunden neuer Wege tut jedoch auch Hella nur gut. Zach Hill und Spencer Heim entwerfen sehr eigene Versionen rasant-chaotischer Chaosrockmusik, stehen sich bei der Entwicklung nicht im Weg und wuchten Sound und Stil ihrer Band aus der Sackgasse. In mörderischer Geschwindigkeit drischt Drummer Zach Hill auf "Church Gone Wild" Noise zurück in den Noiserock. Mit kontemplativer Stille hat seine Albumhälfte nichts am Hut. Sie schlägt Hörern und Lärminteressierten lieber wahnsinnige Breaks, monströse Ausbrüche und Mathematikstudien um die Ohren. Gitarrist Spencer Seim hält mit "Chirpin Hard" dagegen, verbaut präzise verwirrende Liedsequenzen in schöner Wuchtpopmusik zwischen Feedback und Videospiel. Schön ist, dass Hella hier ihre Bestform in Stücken wie "Song From Uncle" erreichen, in denen sich beider Fähigkeiten und Herzblut dann doch wieder treffen. Das lässt aufhorchen und wohlgesonnen in die Zukunft blicken. (sc)

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