Next Year In Zion

Next Year In Zion

Herman Dune

Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
ordentlich
gut
sehr gut

John Peel mochte diese Musik von Anfang an. Aber sicher nicht, weil Herman Dune wie der neue heiße Shit, sondern eher wie das Gegenteil davon klingt, nämlich absolut unhip.

Die Punkte auf dem u sind verschwunden und auch André, der Bruder von David-Ivar Herman Dune, ist nicht mehr mit dabei. Dieser streunt angeblich in Berlin auf Solowegen herum, David-Ivar hingegen musiziert auf seinem neusten Studioalbum mit Schlagzeuger und Perkussionist Neman weiter. In dieser Grundform erklingt das Pariser Duo mit dem alten Hang zum NYC-Spirit und schwedischen Wurzeln nun auf seinem City Slang-Debut.

Beim ersten Hören von „Next Year In Zion“ denkt man nur: Unhipper geht’s nimmer! Und das nicht nur deshalb, weil diese bärtigen Barden herzlich wenig wie populäre Rockstars ausschauen. Eine Lagerfeuer-Gitarre, ein spazierender Bass, ein staubiges Schlagzeug, eine einsam trötende Trompete, ein eiernder Shaker und völlig zu Recht aus der Mode gekommene Bongos ergeben zuweilen einen lustig herumholpernde Anti-Folk. So klingt ein Album, das vor zwanzig Jahren gefallen hätte und dies wohlmöglich auch in zwanzig Jahren noch wird. Weil es so viel Ruhe, Zuversicht und Geborgenheit ausstrahlt, weil es so lo-fi-familiär und unaufgesetzt klingt.

Björn Bauermeister / Tonspion.de

Ähnliche Künstler