At Hope's Ravine

Holy Esque - At Hope's Ravine

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Die erste EP hat schon ein paar Jahre auf dem Buckel, jetzt liefern Holy Esque endlich ihr offizielles Debüt ab: „At Hope’s Ravine“ ist ein warmes, sentimentales Album mit Hang zur ganz großen Geste. Warum weglassen, wo man auch draufpacken kann?

Download & Stream: 

Zum Standard eher unmotivierter Interviews gehört die Frage nach einem alternativen Beruf. Nur für den Fall, dass es mit der Band-Karriere doch nicht geklappt hätte. Pat Hynes wird das wahrscheinlich nicht oft gefragt. Wer den Frontmann der Glasgower Band Holy Esque einmal gehört hat, kann sich eine Alternative irgendwie nicht mehr so recht vorstellen.

Hynes’ Stimme kommt über den Hörer wie eine Naturgewalt, sie ist die stärkste Waffe im auch sonst nicht kleinen Arsenal der Band. Wäre der Mann Bäcker oder Busfahrer geworden, hätte er damit die Musikwelt nach Strich und Faden beschissen.

Zum Glück für uns alle ist diese Sorge zumindest vorerst theoretischer Natur: nach 5 Jahren Bandgeschichte und zwei exzellent besprochenen EPs ist soeben das Debütalbum erschienen und für die Schotten könnte es zur Zeit kaum besser laufen.

Die musikalischen Vorbilder bleiben auf „At Hope’s Ravine“ nicht lange verborgen - Echo & The Bunnymen, Joy Division und The Jesus And Mary Chain haben hörbar Eindruck hinterlassen, mehr noch als aktuelle Kollegen wie Interpol oder She Wants Revenge.

Offen gesagt ist dieses Feld bereits ausgiebig beackert und es braucht schon ein gesundes Ego und viel Mut, um hier nicht bloß Zitate zu verwalten sondern dem Sound noch Neues hinzufügen zu wollen - und es tatsächlich auch zu können. Holy Esque wollen und können.

Ihre Mixtur aus Postpunk und Shoegaze verpasst dem Genre eine echte Frischzellenkur und kommt auch in den (wenigen) ruhigeren Momenten angenehm zügig auf den Punkt.

Produzent Jon Schumann, der schon Bands wie Mew, Kent oder Kashmir bei der Gratwanderung „Bombast vs. Geradlinigkeit“ behilflich war, bewahrt auch Holy Esque konsequent vor Pathos und Kitsch. Reduktion ist dafür aber allerdings nicht das Mittel der Wahl, viel hilft viel und hier wird wirklich jede Spur noch mit einer Extraschicht Hall unterfüttert.

Natürlich ist es immer wieder diese Stimme, die alles überstrahlt. Roh, zart, sehnsüchtig und hysterisch. Alles da. Hynes ist der große Verführer dieser Band und hält mit wirklich keiner Emotion hinterm Berg.

Für Puristen ist "At Hope's Ravine" definitiv nichts. Für Freunde epischer Gitarrensounds und der düster-morbiden Romantik aber kann es derzeit kaum etwas Schöneres geben als diese Band und dieses Album. Wunderbar, an der Grenze zur Perfektion.

 

Die Band kommt im Mai für 3 Termine nach Deutschland:

24.5. Berlin - Musik & Frieden
25.5. Hamburg - Molotow
26.5. Köln - Blue Shell

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