Until The Hunter

Until The Hunter

Hope Sandoval & The Warm Inventions

Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
ordentlich
gut
sehr gut

Sie ist klein, scheu und wortkarg, ihr Name klingt wie ein Versprechen und ihre Stimme streichelt alle Sorgen weg. Hope Sandoval ist zurück. Endlich.

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Hope Sandoval hat Zeit. Viel Zeit. Mit Mazzy Star brachte sie es in den 27 Jahren seit Bandgründung auf ganze vier Alben und ihre Warm Inventions, immerhin auch bereits im 17. Jahr unterwegs, schafften bis jetzt sogar erst zwei. Natürlich war die in Los Angeles geborene Sängerin, Gitarristin und Texterin auch in den langen Pausen nicht untätig.

Kollegen wie The Chemical Brothers, Air, Massive Attack und andere ließen ihre Songs vom zarten Hauchen der Sandoval adeln. Allerdings bewegt sich auch die Zahl dieser Kollaborationen im überschaubaren Maße. Vielleicht ist ihr Kult-Status zum Teil also auch ihrer Absenz und der stets etwas geheimnisvollen Aura geschuldet - wo immer sie auftaucht, wann immer sie neue Musik ankündigt, verfällt die Hörerschaft weltweit in helle Aufregung.

So war es auch diesmal, als sie und ihr Bandkollege, My Bloody Valentine-Drummer Colm Ó Cíosóig, das dritte Album ankündigten. „Until The Hunter“ ist das erste gemeinsame Lebenszeichen der beiden seit "Through The Devil Softly" (2009) und übermäßig viel verändert hat sich - zumindest für den Gelegenheitshörer - nicht: Twang- und Reverb-Gitarren, sanfte Drums, eine melancholische Grundstimmung und über allem diese unverwechselbare Stimme.

Doch im bedrohlichen Opener „Into The Trees“, dem Weird Folk von „A Wonderful Seed“ oder dem (für ihre Verhältnisse) recht beswingten „I Took A Slip“ sind die Entwicklungen für eingefleischte Fans nicht zu überhören. Neben Gästen wie der Folk-Sängerin Mariee Sioux und der irischen Band Dirt Blue Gene folgte auch der wunderbare Kurt Vile einer Einladung ins Studio. Mangels Schwächen fällt es zwar schwer, auf diesem Album Höhepunkte zu benennen. Aber wenn man es müßte, zählt das Duett Vile / Sandoval wohl dazu.

Until The Hunter“ ist herrlich entspannt und entspannend, die Songs lassen sich ebenso viel Zeit wie ihre beiden Schöpfer. Es ist beeindruckend, wie schnell dieser ätherische, schwebende Sound jeden Stress vertreibt und wie nachhaltig die innere Ruhe anhält. In Zeiten immer schneller rotierender Hypes braucht man zwischendurch Musik, die einfach mal „Fuck you, ich bin raus!“ sagt und nicht überall mitmischen will.

Hope Sandoval und ihre diversen Mitstreiter versorgen die Welt zwar in geringer Dosierung aber zuverlässig mit genau dieser Musik. Wie ein trotziges Statement gegen jeden Trend, geschaffen nicht für den Moment, sondern für die Ewigkeit. Das gelingt allen Beteiligten auch mit „Until The Hunter“ wieder in gewohnter Perfektion. Eintauchen und auftanken. Das muss jetzt wieder für ein paar Jahre reichen.

 

"Until The Hunter" erscheint am 4.11.2016 via Tendril Tales / INgrooves.

 

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