Hozier – Wasteland, Baby!

Hozier - Wasteland, Baby!

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Politisch besetzter Folkrock aus Irland: Hoziers zweites Album klingt ein bisschen so wie ein Gospelchor an einer Irish-Pub-Bar.

Andrew Hozier-Byrne alias Hozier hat sich fünf Jahre Zeit für sein zweites Album gelassen, nachdem sein selbstbetiteltes Debüt sowohl kommerziell als auch bei Kritikern großen Erfolg hatte: Nun legt er ein erstaunlich unaufgeregtes Werk vor, das den Hype um seinen Welthit "Take Me To The Church" und der darin enthaltenen Kritik an Russlands Umgang mit Homosexuellen hinter sich lässt, aber nicht den gesellschaftskritischen Aspekt in seiner Musik.

Video: Movement

Hozier besingt mit seiner unverwechselbaren Baritonstimme das Geflüchtetendrama, die nukleare Bedrohung oder andere Missstände in der Welt und macht im Eingangstrack mit der Gastsängerin und Soul-Legende Mavis Staples klar, wie wichtig die Haltung in der Musik ist: "It’s not the song, it’s the singing".

Video: As It Was

Mit viel Blues-Elementen und Gospelchören ist "Wasteland, Baby!" sehr pathetisch geraten, aber das Rustikale in Hoziers Melodien erdet die Angelegenheit. Und so bekommt auf dem Album solide irische Bar-Kost geliefert, darf sich aber nicht wundern, wenn man dort auch auf Gospelsängerinnen oder Florence + The Machine-Dramen oder Coldplay-Pop trifft. (Das liegt wohl auch daran, dass Co-Produzent Markus Dravs unter anderem mit diesen Acts bereits arbeitete).

Und so huldigt Hozier hier dem old-fashioned Musikmachen mit Gitarre, Klavier und Tamborin sowie vielen emotionalen Gesangparts und Handclapping. Songs für eine Runde Bier mit Freunden und Fremden in einem Pub jenseits aller Hipness.

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