Turn On The Bright Lights

Interpol - Turn On The Bright Lights

Redaktionswertung: 
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gut
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Wem die Achtziger schon lange auf die Nerven gehen und wer die frühen Neunziger sowieso für den Höhepunkt der Pop-Geschichte hält, dem könnten Interpol möglicherweise weiterhelfen.

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Denn die rocken in alter Manchester-Manier gut angezogen vor sich hin, als hätte es die letzten 10 Jahre überhaupt nicht gegeben. Dabei kommen sie aus New York.

Wahrscheinlich haben sich die jungen Herren auch mehr in ihrem Proberaum herumgetrieben, als sich MTV oder den Rolling Stone reinzuziehen. Ob sie was verpasst haben? Geschmacksache. Jedenfalls ist festzuhalten, dass Interpol auf ihrem Debütalbum auf jeglichen technischen Schnickschnack verzichtet haben und komplett ohne Sampler und anderes elektronisches Gerät zu Werke gehen.

Das hat man in der Form spätestens seit Nirvanas gesampleten Killerriffs kaum mehr gehört, denn fast jede Rockband greift heutzutage auf die tight-machenden Gerätschaften zurück. Entsprechend schlabberig klingt denn auch der Sound des Quartetts, aber für Klang-Nostalgiker sind Uralt-Verstärker und das gute alte Reverb auf Anschlag eine helle Freude.

Mit ihrer ersten Single setzen Interpol - ganz Amerikaner - auf den Jahrestag des 11. September und zollen ihrer Stadt und ihren Mitbewohnern ihren Respekt: "New York cares - NYC".

Der Rest des Albums geht denn auch wesentlich mehr zur Sache und bietet den ein oder anderen sehr gelungenen Song. Schade nur, dass die Single so ein falsches Licht auf die Band wirft, denn es ist - bei allem Gedenken und Respekt - der mit Abstand schwächste Song des Albums. Betroffenheit ist eben nur selten der Auslöser für gute Musik, sondern allenfalls für Schwulst. Das wird in diesen Tagen leider wieder sehr deutlich.

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