J Mascis - Elastic Days

J Mascis - Elastic Days

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Mit seinem fünften Soloalbum hebt sich J Mascis wieder einmal deutlich vom rotzigen Sound seiner Band Dinosaur Jr. ab. "Elastic Days" ist ein verträumter Longplayer voll intensiver Songs, die uns wärmend durch nieselige Novembertagen tragen. 

Dass sich J Masics auf seinem neuen Soloalbum sanfter präsentiert als mit seiner altgedienten Noise-Rock-Kombo Dinosaur Jr., ist nicht überraschend, das hat er auch bei den vorherigen so gehalten. Sein Können als Songwriter aber scheint mit jedem Longplayer, den er in Eigenregie erstellt, noch einmal an Qualität zuzulegen.

Wie schon "Several Shades Of Why" von 2011 und "Tied To A Star" aus dem Jahr 2014 hat Mascis auch dieses Werk im eigenen Bisquiteen Studio aufgenommen. Unterstützung erhielt er wie beim direkten Vorgänger von Ken Miauri an den Keyboards. Mit  Pall Jenkins von The Black Heart Procession, Mark Mulcahy und Zoë Randell von Luluc sind zudem einige Gastsänger dabei. 

J Mascis - Elastic Days

Musikalisch bewegen wir uns hier in den Bereichen Blues und Americana, etwas Folk, und das alles mit ganz viel Herzschmerz. Damit hebt sich "Elastic Days" auch inhaltlich deutlich von der oft wütenden Attitüde der Grunge-Vorreiter und -Nachbereiter Dinosaur Jr. ab. Wird bei denen nach wie vor gesanglich genölt und die Gitarre eher kreischend bedient, outet sich Mascis einmal mehr als sanfter Songschreiber.

Manches Mal nur von der Akustikgitarre und eventuell noch dem Schlagzeug begleitet, wird das für manchen Nicht-Fan zu Nölige in Mascis Stimme zu etwas angenehm Brüchigem. Er habe Gesangsunterricht genommen, sagt er. Hört man. Dieser Mann wird eben auf eine gute Art älter und lässt den jugendlichen Frust zumindest in seinen Solo-Momenten hinter sich. 

J Mascis - See You At The Movies

Mascis will mit dem Album bald auf Tour gehen - allein. Und dieses Mal will er - anders als sonst - im Stehen spielen. "Ich habe mich hingesetzt und eine kleine Festung um mich herum gebaut - Verstärker, Notenständer, Getränkeständer, all das Zeug. Aber ich habe gemerkt, dass es besser klingt, wenn die Verstärker höher sind, weil ich es so gewohnt bin, mit Stacks zu spielen. Also werde ich diesmal stehenbleiben." Klingt sehenswert. Hörenswert ist es mit diesem Album auf jeden Fall. 

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