Jack White – Boarding House Reach

Boarding House Reach

Jack White

Redaktionswertung: 
schlimm
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gut
sehr gut

Das dritte Album des Ex-“White-Stripes”-Musikers wirft sich schon fast besessen in verschrobenen und verrückten Neo-Experimental-Blues: Kauzig und kreativ vermischt Jack White darauf alles, was er so in seiner Instrumentenkiste findet.

Was passiert, wenn man Jack White mit einem Haufen Studiomusiker einsperrt, lässt sich auf „Boarding House Reach” nachhören: Die Songs sind allesamt frei gelassene Monster, die sich von jeder Menge Retro-Futter und viel roher Musiknahrung ernährt haben müssen. Entstanden sind so wilde und weirde Hybride aus Jimi Hendrix, Prince, Money Mark und den Beastie Boys, die in diversen Space-Operas, Spoken Words und Super-Funk-Stücken jaulen, kreischen und singen.

Kein Wunder, dass sich White an einer Stelle fragt, warum man mit einem Hund Gassi gehen sollte? Let the dogs out!

Jack White – Over And Over And Over

Die Liste der Studio-Musiker, die Whites Spiel an der akustischen und elektrischen Gitarre sowie Schlagzeug, Orgel und Synthesizer komplementieren, erschlägt einen fast angesichts des Namedroppings: Schlagzeuger von Beyoncé, John Legend, Mariah Carey sowie Autolux, Depeche Mode, Bassist von Kanye West, Lil Wayne und Jay-Z, Perkussionist von David Byrne und und und haben an dem Werk zwischen Elektro, Jazz, Hip-Hop-Funk, Glam und Blues mitgewirkt.

Zusammen wirbeln sie sich durch ein Album, das manchmal wie ein verrückt gewordener Flipper klingt, zuweilen wie ein betrunkener Italo-Western-Cowboy am Saloon-Piano und manchmal wie ein Seventies-Seriensoundtrack auf LSD. Mit dieser kompromisslosen Radikalität spuckt das schon fast wahnsinnig anmutende Album dem Mainstream ins Gesicht, der daraus sicherlich keine stumpfe Fußballstadion-Hymne, wie aus dem White-Stripes-Megahit „Seven Nation Army“ destillieren kann.

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