Mondo Cherry

Mondo Cherry

Jacques Palminger

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Jacques Palminger, der General, Gründungsmitglied von Studio Braun, Vorsitzender des Harakiri-Stammtischs Hamburg-Altona, macht auch Musik. Früher als Drummer der Waltons oder von Dackelblut, heute als Sänger mit den Kings Of Dub Rock.

2005, ein Mittwochabend: Es geht stark auf Mitternacht zu, leichtes Rumoren im Publikum macht sich breit, hätte der bunte Abend mit den Stars aus dem Golden Pudel Club, Hamburg, doch schon vor Stunden starten sollen. Und dann das: nicht Charmebolzen und Dauergrinser Rocko Schamoni betritt als erster die Bühne, sondern eine dünne, hochaufgeschossene Gestalt, mit dünnem Bärtchen, sorgsam ondulierter Frisur und fordert mit leicht heiserer Stimme das Publikum dazu auf "Fick dich, Henry Maske" zu skandieren und verzieht dabei keine Miene. Der Abend ist gerettet. Ach, mehr als das!

Keine Komik ohne Ernst, diesen Satz hat Jacques Palminger wie kein anderer beherzigt und pflügt sich auf seinem ersten Album "Mondo Cherry" durch die Popgeschichte, verleibt sich "I Love Chopin" ein und lässt "Polices & Helicopters" zum "Polizeihubschrauber" werden. Die "Mondo Cherry" ist grotesk, hintergründig und immer melancholisch; die Resterampe des Pop, auf der der große Nörgler, der kam um sich zu beschweren, der dem deutschen Sprachschatz die "Wanderhode" und die "Osmose" als Schimpfwort geschenkt hat, zum Sturm auf den Pop-Olymp abhebt. Ein Geniestreich!

Florian Schneider / Tonspion.de

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