Jake Bugg - Hearts That Strain

Jake Bugg - Hearts That Strain

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Mit 23 Jahren veröffentlicht Jake Bugg bereits sein viertes Album "Hearts That Strain". Und zeigt wie limitiert seine Möglichkeiten sind.

Seine jugendlich-quäkige Stimme ist sein Markenzeichen und gleichzeitig sein Makel. Man muss schon sehr mögen, wie sich Jake Bugg durch seine Songs näselt, irgendwo zwischen einem pubertären Liam Gallagher und einem Bob Dylan ohne jegliche Lebenserfahrung.

Mit seinem großen Helden wurde Jake Bugg bereits in jungen Jahren verglichen. "Hearts That Strain" zeigt, dass die Vorschusslorbeeren vielleicht doch etwas zuviel waren für den jungen Singer/Songwriter. Kein Zweifel, es gibt einige nette Songs, die man gerne im Autoradio hört, während man auf der Landstraße dahin cruist. Schließlich wurde das Album in Nashville mit amtlichen Country-Musikern, fettem Orchester und Blueser Dan Auerbach von den Black Keys eingespielt. Da kann eigentlich gar nichts schief gehen. Sollte man meinen.

Doch was Jake Bugg immer noch fehlt ist jeglicher Tiefgang. Alles bleibt an der Oberfläche. Selbst die Melancholie, die das Album durchzieht, bleibt immer lieblich, immer harmlos, immer ein bisschen egal. Und so bleibt ein zwiespältiges Gefühl beim Hören von "Hearts That Strain": warum will ein so junger Mensch unbedingt so klingen, wie Tausende von Country-Musiker vor ihm? Wo bleibt die Weiterentwicklung? Und vor allem: wo bleibt der eigene Charakter?

Es haben schon viele Sänger vor ihm ohne Stimme eine große Karriere gemacht, weil sie das nötige Charisma und eine gewisse Tiefe mitbrachten. Jake Bugg gehört leider nicht in diese Kategorie. Dieser bereits nach dem gefeierten Debütalbum gehegte Verdacht wird mit Album vier klar bestätigt. 

Auch wenn die Produktion erste Sahne ist: wer gute Americana sucht, bekommt das, was Jake Bugg auf seinem neuen Album versucht, in viel besser an jedem CD-Wühltisch in den USA. Und "Hearts That Strain" hätte mit fast jedem anderen Sänger auf diesem Planeten interessanter geklungen.

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