White Van Music

White Van Music

Jake One

Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
ordentlich
gut
sehr gut

HipHop aus Seattle, ohne Karoshirts, ohne verzerrte Gitarren und ohne den Geist des verstorbenen Kurt Cobain. Dafür mit einer endlos langen Gästeliste und Beats wie Maßanzügen.

Jake One ist kein Neuling, De la Soul und 50 Cent machten sich schon über seine Beats her, und trotzdem hat sich Jake One für sein erstes Album Underground-Atittüde bewahrt. Mit "White Van Music" gelingt ihm der seltene Fall eines Producer-Albums, dessen Einzelteile nicht zusammenhanglos nebeneinander stehen. Die Raps der zahlreichen Gast-MCs, deren Liste von MF Doom bis zu De la Souls Posdnuos reicht, klingen frisch und nicht wie ein Abfallprodukt, das man zwischen Tür und Blunt eingerappt hat, weil man gerade in der Stadt war.

Bei aller Wortgewalt, die "White Van Music" zu bieten hat, der Star des Albums sitzt auf dem Produzentensessel. Jake One schafft es eigenständige Beats zu bauen, die den jeweiligen Rappern wie angegossen passen. Sogar Busta Rhymes, in letzter Zeit eher durch Durchschnitt auffällig geworden, erreicht unter Jake One mal wieder Normalform (und ein bisschen mehr). "White Van Music" sollte schleunigst ein Kapitel in der jüngeren Geschichte Seattles bekommen.

Florian Schneider / Tonspion.de

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