Jarvis

Jarvis Cocker - Jarvis

Redaktionswertung: 
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gut
sehr gut

Diese Stimme kriegt man nicht aus dem Kopf. Seit spätestens Mitte der 90er Jahre flüstert sie einem immer wieder ins Ohr: lese die Zeitung kritisch, kleide dich stilsicher und höre gute Musik. Die Stimme hat zudem ein großartiges Soloalbum veröffentlicht.

Jarvis Cocker ist eine Ikone. Ihre Anekdoten sind erzählt (Michael Jackson von der Bühne gezerrt), ihre Geschichte bekannt (Pulp jahrelang erfolglos, dann britische Vorzeigeband) und ihre Platten stehen hoffentlich zahlreich im Regal hinter dem Schreibtisch. So gab es eigentlich keinen Grund für Jarvis Cocker, sich nochmal an einem Soloalbum messen zu lassen. Dass er doch getan hat, dafür gebührt im Respekt. Dass es wirklich gelungen ist, dafür gebührt endgültig absolute Anerkennung. Und weil es ja gerade so in Mode ist, darf man das, was Cocker - der sich neuerdings schlicht Jarvis nennt - für sein selbstbetiteltes Solodebüt eingespielt hat, guten Gewissens ausnahmsweise als "Britpop 2.0" bezeichnen. Denn es ist im gelungen, klassisches Songwriting, melodiösen Anspruch und sanfte Melodik wie man sie von älteren Pulp-Releases gewohnt war, neu und frisch zu reproduzieren. Jarvis Cocker klingt 2007 wie man es von ihm erwartet hat. Aber er langweiligt dabei keinen Moment. Das ist die große Kunst. Auf dem Album sind es insbesondere die ruhigen Momente, die beeindrucken ("I Will Kill Again" oder "Baby´s Coming Back To Me") und eben nicht die vorlauten ("Fat Children"), die das Album zu einem Meisterwerk machen. Repräsentativ gibt es an dieser Stelle das Pop-Manifest "Don´t Let Him Waste Your Time" zum kostenlosen Download. Schnell herunter laden, denn unsere Zeit zu verschwenden, das überlässt Jarvis Cocker lieber anderen.

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