Ein russischer Sommer

Jay Parini - Ein russischer Sommer

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1910 ist Leo Tolstoi der berühmteste Schriftsteller der Welt: Doch sein letztes Jahr soll er am Ende in einer Bahnhofsstation verbringen, wohin er vor Frau, Fans und Fanatikern floh.

Es gibt nicht nur Hörbuch-Versionen von Büchern, sondern auch von Kinofilmen: "Ein russischer Sommer" ist ein solches gelungenes Beispiel. In "The Last Station", so der Orginaltitel, geht es um die allerletzte Station des russischen Starautors Leo Tolstois, der mit Werken wie "Anna Karenina" oder "Krieg und Frieden" weltberühmt wurde.

In seinem letzten Sommer verfügt er gegen den Willen seiner Frau Sofia (im Film grandios von Helen Mirren gespielt, während Christoph Plummer einen ebenso überzeugenden Tolstoi abgibt), dass das russische Volk die Rechte an seinem Werk bekommen solle. Umgeben von fanatischen "Tolstoianern", beschließt der 82-Jährige schließlich heimlich zu fliehen. Damit beginnt seine Lungenentzündung, von der er sich nicht mehr erholen sollte und Tostoj stirbt an seinem letzten Zufluchtsort, die Bahnhofsstation Astapowo.

Hörprobe: Ein russischer Sommer

Tolstoi, dem wir so viele unsterbliche Klassiker der Weltliteratur verdanken, suchte sein Leben lang nach der reinen Wahrheit, der reinen Moral und dem reinen Leben: Der Grundsatz seiner Anthropologie lautete "Der Mensch ist Alles und ein Teil von Allem". In seinen Romanen ist all die Kompliziertheit und Komplexität der Menschen zu finden und der berühmte erste Satz von "Anna Karenina" bringt es in diesem einfachen wie genialen Satz auf den Punkt: "Alle glücklichen Familien sind einander ähnlich, unglücklich ist jede Familie auf ihre eigene Art".

Der Film und damit das Hörbuch basieren auf dem biografischen Roman "Tolstois letztes Jahr (Originaltitel: The Last Station: A Novel of Tolstoi's Last Year)" von Jay Parini aus dem Jahr 1990. Der Autor recherchierte die Stationen des letzten Lebensjahres Tolstois anhand vieler Briefe sowie Tagebucheinträge von Familie und Freunden. Der vielstimmige Roman, der nämlich aus sechs verschiedenen Ich-Perspektiven geschrieben ist, wird auch im Hörbuch durch verschiedene Stimmen zum regelrechten Erlebnis. Es sprechen Gerd Wameling ("Gier"), Wanja Mues "Der Pianist"), Stefan Kaminski, Frank Arnold und Marie Bierstedt, Regina Lemnitz.

Filmtrailer: "Ein russischer Sommer"

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