Electronica 1: The Time Machine

Electronica 1: The Time Machine

Jean-Michel Jarre

Redaktionswertung: 
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Jean-Michel Jarre kann wohl als einer der Pioniere der elektronischen Musik gelten. Als er in den 1970er Jahren begann, waren einige seiner Kollabo-Partner, die er für "Electronica 1: The Time Machine" zusammentrommelte, gerade oder noch nicht mal geboren. Mit neuem Album und altem Sound kehrt Jarre nun zurück.

Wenn Jean-Michel Jarre ruft kommen sie angetanzt. Auch solche Musiker, die man vielleicht nicht erwartet hätte, wenn es um elektronische Klänge geht. Auf "Electronica 1: The Time Machine" ist allerdings vieles möglich. So gibt sich beispielsweise The Who's Pete Townshend die Ehre und singt auf für ihn ungewohnte Weise die Zeilen zum weniger rockigen "Travelator".

Aber es finden sich auch adäquate Mitstreiter wie Massive Attack, Moby oder Air. Oder aktuelle Gesichter der elekronischen Musik wie Gesaffelstein, Fuck Buttons, M83, Boys Noize und Little Boots. Oder Musikrößen wie Vince Clark und Tangerine Dream, deren Gründungsmitglied Edgar Froese, zu Beginn diesen Jahres leider verstarb. Für Jarre heißt es: Namedropping par excellence.

Ein auffälliges Bonbon gibt der Track "Rely On Me" her. Die Künstlerin Laurie Anderson spricht darauf betont maschinenhaft und mit unterschwelliger Erotik fordernde Worte wie: "Please. Touch Me. Please... Don't... Touch Me." Worte, die geradewegs aus einem Smartphone kommen könnten. Jaja, die Technik von heute. Ohne sie geht's nicht mehr. Aber ohne die Technik von damals ohrenscheinlich auch nicht.

Alle Künstler bringen ihre individuelle, ziemlich moderne Note in die jeweiligen Stücke. Das Träumerische von Air, das poppigsüße von Little Boots, das Tanzbar-Melancholische von Moby. Und doch thront über allem die Maschine Jean-Michel Jarre. Den Songs haftet eine gewisse Retro-Aura an, die allgegenwärtig ist und immer wieder leise den Namen des französischen Musikers, Produzenten und Komponisten vor sich hinpiept.

Aber warum das Rad neu erfinden, wenn man das doch vor einer gefühlten Ewigkeit überhaupt erst erfunden hat? So schafft man dann ein Album, dass zwar keine großen, aber eben auch keine bösen Überraschungen bereithält. Eine Zeitmaschine kann bekanntermaßen in die Vergangenheit und in die Zukunft reisen. Letzteres gelang Jarre in seinen Anfangstagen, heute blickt er auf diese aufregende Reise zurück und kommt damit direkt in der Gegenwart an.

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