Color Strip

Color Strip

Jimmy Edgar

Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
ordentlich
gut
sehr gut

Jimmy Edgar ist ein Phänomen – so ist es vielerorts zu lesen. Was sollte einem auch anderes angesichts des hohen, ausgereiften Outputs an Musik, Fotografie und neuerdings Mode bei einem zarten Alter von 22 Jahren als erstes in den Sinn kommen?

Als Pubertierender soll er schon musikalisch und experimentierfreudig am Start gewesen sein, im Kunstkontext fühlt er sich wohl, da, wo es um Inszenierung und eine laszive, verdrogte Darkness geht. Vieles deutet bei Jimmy Edgar auf ein introvertiertes Wunderkind hin, das faszinierend und aufgesetzt zugleich wirkt. Nichtsdestotrotz sind seine Tracks höchst bemerkenswert. Denn der gebürtige Detroiter atmet den kühlen, schwermütigen, urbanen Geist des Techno-Erbes seiner Heimat stets in sich. Doch mit Techno hat Jimmy Edgar auf seinem neuen Album „Color Strip“ keinerlei Berührungen. Genau dies macht es aber spannend. Statt gerader Beats spielt Edgar mit Brüchen, schwelgerisch-verwobenen Digital-Melodien und spannt so letztendlich den Bogen um Oldschool-Electro, Hip Hop und Warp-Vielschichtigkeit. Kein Wunder, dass „Color Strip“ eben bei Warp Records erschienen ist. Das künstliche Charisma dieses Jungspundes verbunden mit solch ausgereiftem Musikanspruch bestätigt somit den Status als Phänomen. Zwei Tracks seines neuen Albums gibt es als Free-MP3 zu entdecken. (jw)

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