Joan As Police Woman & Benajmin Lazar Davis / "Let It Be You"

Joan As Police Woman - Benjamin Lazar Davis - Let It Be You

Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
mittelmäßig
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herausragend

Joan Wasser, besser bekannt als Joan As Police Woman und Benjamin Lazar Davis, Teil der New Yorker Indie-Bastler Cuddle Magic, legen ein gemeinsames Konzept-Album vor und können die Erwartungen leider nicht so ganz erfüllen.

Die Promotion im Vorfeld des Albums war im wahrsten Sinne des Wortes abenteuerlich: Man erzählt sich, beide Künstler habe es unabhängig voneinander nach Afrika verschlagen - Wasser als Teil von Damon Albarns „Africa Express“-Tour nach Äthiopien, Davis zu Aufnahmen mit lokalen Musikern nach Ghana.

Zurück in New York habe man diese Parallele dann entdeckt und beschlossen, die Einflüsse auf einem gemeinsamen Album zu verarbeiten. Soviel zur Legende. Unvorbereitet würde man davon allerdings nichts heraus hören und auch nach Erhalt dieser Information muss man schon sehr gut aufpassen, um vereinzelte Rhythmen oder Instrumente nach Afrika verorten zu können.

Das Gros des Albums besteht aus allerlei elektronischen Spielereien die mal mehr, mal weniger gelingen und vor allem entgegen aller Ankündigungen ziemlich genau den gängigen Hörgewohnheiten amerikanischer und europäischer Popmusik entsprechen. Schade eigentlich, denn zumindest auf dem Papier klang das Vorhaben Culture Clash durchaus spannend.

„Let It Be You“ ist ein solides Album. Alles andere ist bei den beiden Beteiligten auch mehr oder weniger ausgeschlossen. Doch gerade dieses versammelte Talent lässt Unmut aufkommen, denn hier wurde unendlich vieles einfach verschenkt. Manches wirkt unfertig, anderes konstruiert und auf merkwürdige Weise blutleer.

Nicht nur die mit Blick auf das Ergebnis eher ungeschickt platzierte Entstehungsgeschichte irritiert, auch Experimente wie „Easy Money“, das wirklich noch den letzten Rest Soul aus Wassers Stimme filtert, lassen den Hörer eher unbeteiligt zurück.

Doch die Experimentierlust und die Spielfreude, die vielleicht auch erst durch den Verzicht auf alles Gewohnte entsteht, machen es zumindest interessant genug für mehrere Durchläufe. Und mit der Zeit eröffnet sich mehr und mehr die Qualität der anfangs etwas steril wirkenden Songs und der Charme hinter dem Mut, einfach mal alles ganz anders zu machen als bisher. Denn bei aller Kritik sind beide natürlich nicht über Nacht plötzlich schlechte Songwriter geworden.

„Let It Be You“ zählt wohl vor allem in der Karriere von Joan Wasser nicht zu den Highlights. Es ist ein Album, das definitiv eine gewisse Reifezeit braucht, dann aber durchaus seinen Reiz hat.

Live:
4.12.16 - Berlin, Heimathafen
5.12.16 - Hamburg, Gruenspan

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