Go

Jonsi - Go

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Mit einem Album wie ein Vulkanausbruch machten sich Sigur Rós aus Island im Jahr 1999 einen Namen. Auf "Ágætis byrjun" zelebrierten sie Musik wie ruhig-brodelnde Lavaströme unterbrochen von einigen gewaltigen Eruptionen. Jetzt hat Sänger Jónsi sein erstes Soloalbum unter dem Titel "Go" vorgelegt.

Dafür hat er sein Instrumentarium beträchtlich erweitert und all das gemacht, was ihm mit seiner Band bisher verwehrt war. Gemeinsam mit dem Arrangeur Nico Muhly hat Jónsi Birgisson die Songs im Studio entwickelt und mit viel Streichern, Bläsern und Percussion aufgenommen. Doch auch wenn Jónsi auf "Go" seine mit Bogen gespielte Gitarre weitgehend in der Ecke stehen lässt, klingt sein Solodebüt doch nach nichts anderem als Sigur Rós. Das liegt natürlich zum einen am markanten Falsett-Gesang, zum anderen an den verträumten, zuckersüßen Melodien, die eindeutig auf Sigur Rós verweisen, manchmal schon nahezu identisch sind mit dem, was man schon auf anderen Sigur Rós-Alben gehört hat, nur eben diesmal teilweise auch in englischer Sprache und ohne Rücksicht darauf, ob sich das auch live so umsetzen lässt.

Doch genau das führt dazu, dass das Album in vielen Momenten schlicht überproduziert und anstrengend klingt und man wünscht sich die rauhe Energie der Band Sigur Rós zurück, die trotz der reduzierter musikalischer Mittel häufig dramatischere Effekt erzielen, als all das Instrumentarium und Studioequipment, was für "Go" aufgefahren wurde. Eine zwiespältige Angelegenheit ist es geworden, das Solodebüt von Jónsi, alte Fans werden zumindest einige Songs innig lieben, gleichzeitig aber vermutlich wehmütig an die emotionale Wucht von "Ágætis byrjun" oder dem Album mit dem ebenfalls unaussprechlichen Titel "( )" zurück denken.

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