Phobos In Funkytown

Phobos In Funkytown

Jullander

Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
ordentlich
gut
sehr gut

Vor zwei Jahren überraschten Jullander mit ihrem sehr eigenen, unaufgeregten Indiepop-Entwurf. Die lobenden Worte flogen ebenso hier bis zum Himmel. Und auch beim neuen Album fällt es schwer die Fassung und Bodenhaftung zu behalten.

„Phobos in Funkytown“ scheint einen historischen und kreativen Rundflug über Jullanders Können zu bestreiten. Da sind die Gitarren und Andi Schoons leicht hochnäsiger Gesang, mit der die Band sofort zu identifizieren ist. Doch neben den Zitaten auf die Konstanten, sind auch die durchaus tanzbaren Erweiterungen ihrer kürzlich erschienen Remix-12“ nicht spurlos an Jullander vorbei gegangen. Die vier stricken daraus ein neues Geflecht: sie holen Ausschnitte alter Songs hervor, modifizieren sie und setzen sie mit den aktuellen Vorlieben, die sich zwischen gerader Bassdrum und Pop bewegen, zusammen. Zwischendurch geben sie das Zepter ab. Pulka, Amundsen und Gaston erhalten kurze Fenster, die sich in den Gesamtkontext nahtlos integrieren. Jullander hebeln damit Albumkonventionen aus und frischen sich selbst damit auf, ohne ihre Versiertheit in Frage zu stellen. Als roter Faden in dem etwas fragmentarisch wirkenden Album ziehen sich vier Teile einer explizit so genannten Tragödie durch. Im Grunde bewegt aber die schlichte und allzu schöne Musik dieser Band am tiefsten. (jw)

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