Last Exit

Last Exit

Junior Boys

Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
ordentlich
gut
sehr gut

Brand new you`re retro: charmant, mit Tendenz zum beiläufig unwiderstehlichen Ohrwurm kommen sie daher, wühlen in der 80ies-Zauberkiste und bauen aus Gefundenem ein elektropoppiges Wunderwerk. Eine Pracht ist das - und keine kleine.

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Ein kollektives Kopfstehen war da im Frühsommer anlässlich der Veröffentlichung von "Last Exit", des ersten Full-length-Albums der Electro-Popper von den Junior Boys bei den englischsprachigen Schreiberkollegen auszumachen. Das Uncut-Magazin etwa behauptete, dass es heuer kein besseres Album geben werde als das Debüt des kanadischen Trios. Und stand damit stellvertretend für eine Überschwang-Überdosis, an der eine junge Band in diesen Breitengraden schon einmal vorschnell als Medienblase etc. abgekanzelt zu werden und verschütt zu gehen droht. Scheinbar. Was in der Zwischenzeit passiert ist? Ein gutes halbes Jahr später ist "Last Exit" hierzulande immer noch nur via Import zu beziehen, von Hype-ähnlichen Zuständen nicht die Rede. Was geblieben ist? Zehn neonfarben schimmernde Avant-Pop-Kleinode, die mich seither nicht mehr aus ihrem Bann ließen. Denn was anfänglich ob seiner Unaufdringlichkeit noch ohne großes Aufsehen zu veranstalten als gediegenes Achtziger-Retro-Beiwagerl daherkam, entfaltet erst nach den ersten Hördurchläufen seinen vollen, unausweichlichen Glanz. So gar nicht jungenhaft unreif wie es der Bandname suggerieren möchte ist das, was Jeremy Greenspan und Co. hier so spektakulär unspektakulär auf den Punkt bringen: die kühl-verhaltene und melancholische Schönheit des New Romantic Movements und Bands wie New Order oder Human League in ein knackig-kompaktes, exzellent ausformuliertes Soundgewand zu überführen, das keine Minute Zweifel daran lässt, dass man sich im Jahr 2004 bewegt und dabei dennoch zu einer zeitlosen Brillanz findet. "Birthday", ein elektropoppiges Wunderwerk, das selbst im Jahrzehnt der elektropoppigen Wunderwerke, den Achtzigern, für viel Glanz und noch mehr Glorie gereicht hätte, ist nun auf der Homepage von Domino Records USA zum freien Download erhältlich. (cp)

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