Justin Timberlake - Man Of The Woods

Justin Timberlake - Man Of The Woods

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Justin Timberlakes viertes Album ist da - pünktlich zwei Tage vor seiner zweiten Superbowl-Halbzeit-Show am Sonntag. Er hatte Großes angekündigt und bleibt doch weit hinter den Erwartungen zurück.

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Im Vorfeld eines Albumreleases die Erwartungshaltung der Öffentlichkeit in eine bestimmte Richtung zu lenken, kann mitunter gefährlich sein. "Man Of The Woods" behandelt Timberlakes Südstaatenwurzeln und sei von seiner Frau, sowie seinem kürzlich geborenem Kind beeinflusst.

Auf der anderen Seite - und das hat er im Vorfeld ebenfalls verraten - sollte sein viertes Soloalbum sein bislang gewagtestes, experimentellstes werden. Dieser gewagte Spagat geht auf Albumlänge insgesamt genau ein Mal auf:

Justin Timberlake - Say Something (Feat. Chris Stapleton)

Gemeinsam mit dem amerikanischen Bluegrass- und Country-Star Chris Stapleton - kürzlich mit drei Grammy prämiert -  verbindet er diese zwei Welten aus kontemporären, beatlastigem Pop und dem gewünscht traditionellem Einschlag. Die Stimmfarben passen gut zusammen, eine starke Melodie und auf einmal spürt man ziemlich in der Mitte des Albums dieses heimelige Gefühl, was sich Timberlake eigentlich auf Albumlänge vorgestellt hatte.

Gemessen an den Erwartungen, die er selbst projezierte - und die wohlwollend von allen aufgegriffen wurden - ist Timberlake trotzdem gescheitert.

Legt man diese Erwartungen dann mal beiseite, hat man da ein Album, bestehend aus 16 Songs, die in ihrer Spannweite alles zwischen peinlich-grotesk bis eigentlich doch ziemlich geil abdecken. Die erste Single "Filthy" zum Beispiel erinnert stark an sein unfassbar starkes "Futuresex/Lovesounds"-Album, mit dem er zu seiner Zeit Pop neu definierte.

Justin TImberlake nimmt sich viel vor. Ihm das vorzuwerfen wäre fatal, denn nichts in unspannender als ein "egales" Album. Zumindest den ambitionierten Versuch muss man ihm positiv zugute halten. Und weitere Lichtblicke, wie "Higher Higher", "Waves", das vielleicht etwas schmalzige Duett mit Alicia Keys "Morning Light" oder auch "Supplies" (zumindest die ganze Beatstruktur) zeigen: Guten Pop, den kann er! Aber das darf man auch erwarten, wenn man mit Timbaland und Pharrell Williams zwei der erfolgreichsten Produzenten im Business hinter sich hat.

Songs wie "Flannel", "Livin' Off The Land" oder auch der Titeltrack "Man Of The Woods" aber schrammen haarscharf an der Peinlichkeitsgrenze und hinterlassen einen ambivalenten Eindruck: Gut, dass Timberlake neue Wege geht. Alles andere hätten wir ihm hier an dieser Stelle negativ angelastet. Schlecht aber verzeihbar, dass er dabei volle Breitseite die ein oder andere Matschpfütze mitnimmt.

"Man Of The Woods" erscheint am 02.02.2018 über Universal Music.

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