"Zucker" (Cover)

Kaas - Zucker

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Anderthalb Jahre nach „Kaas & Jugglerz in Jamaica“ veröffentlicht Kaas sein nächstes Soloprojekt. Das ist am spannendsten, wenn es aus musikalischer Konvention ausbricht.

 Als Kaas 2016 zusammen mit dem Produzentenduo Jugglerz „Kaas & Jugglerz in Jamaica“ veröffentlicht, überrascht viele der wilde Genremix aus Reggae-, Dancehall- und HipHop-Vibes. So war das Orsons-Viertel auf den zwei Alben zuvor doch vor allem für Blödel-Klamauk auf Beats bekannt. Während der Vibe auf seinem Jamaika-Projekt jedoch überwiegend positiv war, dominiert auf seiner neuen Solo-EP die Melancholie.

Auf „Zucker“ setzt sich Kaas mit so weltlichen Themen wie Sehnsucht, Verführung und verflossener Liebe auseinander. Glücklicherweise verzichtet er dabei auf jedweden Kitsch und Pathos, sondern bringt sein Innenleben stattdessen mit viel Metaphorik („Gift“ und „Der Pastor“) zum Ausdruck. Kaas wirkt dabei durchaus glaubhaft, kann aber nicht die Emotionen wie auf seinem Vorgängerprojekt erzeugen. Das liegt unter anderem daran, dass „Zucker“ statt dem lateinamerikanischen Sound der Jugglerz nun sehr generische Trap-Instrumentals zugrunde liegen, die einen innovativen Ansatz vermissen lassen. Lediglich auf dem Opener und dem Abschlusstrack gelingt es, über Gitarrenspielereien und 80s-Referenzen für kompositorische Überraschung zu sorgen. Zurück bleibt ein gelungenes Stück Musik, bei dem man sich von Künstler und Produzenten etwas mehr Mut gewünscht hätte.

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