Trespassers

Kashmir - Trespassers

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In ihrer Heimat haben Kashmir sich schon längst zu einem Mainstream-Act gemausert. Ob sie das selbst gut finden, darf bezweifelt werden. Denn Kashmir sind nicht Gala-kompatibel wie Coldplay-Glamourositäten - auch wenn sich die Dänen musikalisch mehr und mehr dem Kern des Pops annähern.

Eigentlich fing alles schon denkbar unglücklich an. Kashmir nannten sich, bevor sie eben diesen Namen für ihre Band auswählten, Nirvana. Das war 1991, Bingo also. Diesen Namen legten sie selbstredend schnell wieder ab, als wenige Monate später die Namensvetter aus Seattle die große Runde machten. Die Geschichte dazu erzählen die Dänen heute noch in jedem Interview mit einem Schmunzeln auf den Lippen, wohingegen ihnen die ewigen Radiohead-Faseleien schon zu den Ohren raushängen.

Aber bei aller Sympathie muss man zugeben: Radiohead werden bei Kashmir bis ans Ende ihrer Tage immer mitschwingen, auch auf dem nunmehr sechsten Studioalbum in 19 Jahren. Haken. Dieses Werk war nun keine leichte Geburt, denn neben einer nicht gerade kurzen kreativen Durststrecken wurde zu allem Überfluß auch noch der Rechner aus dem Studio geklaut, als das Songwriting flutschte und fortgeschritten war. Ein Kopfschuss? Nein, man verstand es als ein Zeichen, spielte die Ideen neu ein und stellte "Trespassers" in den Electric Lady Studios in New York fertig. Als “Executive Producer“ war - und so schließt sich der Kreis der unglamourösen Erfolgsgeschichte - Andy Wallace, der bekanntermaßen auch die "anderen" Nirvana in ihren Hochzeiten produzierte.

Das Ergebnis: Ein großartig klingendes Indierock-Album, mit viel Liebe zum Detail und jeder Menge Popappeal. Für den gefräßigen und gehässigen Mainstream eigentlich viel zu schade. Tonspion präsentiert Kashmir live in Deutschland.

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