The Boxer

Kele Okereke - The Boxer

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Statt sich, wie ursprünglich geplant, ein Jahr Auszeit von seiner Band Bloc Party zu nehmen, konnte Kele Okereke im vergangenen Jahr seine Finger nicht ganz von der Musik lassen. Nun legt er ein Soloalbum vor, das so manch glühenden Bloc-Party-Fan verstören dürfte.

Zunächst habe er sich einfach ins Studio eingeschlossen und angefangen mit elektronischen Beats zu experimentieren, was er nie zuvor gemacht habe, so Kele über die Entstehung seines ungeplanten Soloalbums. "Es war genauso aufregend, wie das erste Mal als ich eine Gitarre in der Hand hatte". Gleichzeitig besuchte er einen Kickbox-Kurs, was sich nun im Albumtitel niederschlägt.

Mit xxxchange hat Kele in New York einen Produzenten gefunden, der bisher vor allem durch seine zahllosen Remixe aufgefallen ist. Entsprechend ist das Album deutlich elektronischer geraten, als Bloc-Party-Anhängern vielleicht lieb sein dürfte. Im Vergleich zu seiner Band nimmt er seine Stimme hier weit zurück, klingt entspannter und weniger over-the-top. Gleichzeitig sind die Wurzeln von Kele ständig präsent, auf "The Boxer" finden sich - und hier darf man sich (mal wieder) nicht von den im Netz gestreuten Remixen in die Irre führen lassen - astreine Popsongs im modernen Soundgewand.

Doch vor allem live vermissen viele Fans aus gutem Grund die alte Live-Besetzung. Denn hier agiert Kele fast nur noch als MC und wird vom Großraumdisco-kompatiblen Electrosound fast erschlagen. Das Album ist und bleibt eine zwiespältige Angelegenheit, wird ihm neue Fans bescheren, aber auch viele alte Verehrer kosten, die sich mehr und Interessanteres von ihm erwartet hatten.

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