Kesha

Kesha Instagram

2010 taucht Kesha Rose Sebert alias Kesha erstmals in der Poplandschaft auf und hat mit "Tik Tok" prompt ihren ersten Welthit parat. Für mehrere Jahre gehört sie mit zu den hellsten Sternen am Pop-Himmel, bevor im Jahr 2014 der harte Absturz folgt. 

"Tik Tok", "Right Round", "Timber" - Kesha hat über viele Jahre die Top 10 der deutschen und internationalen Singlecharts geprägt. Im Zeitraum von 2010 bis 2012 veröffentlicht die 31-jährige Amerikanerin zwei Alben sowie zwei EPs und ist aus dem Popkosmos eigentlicht nicht mehr wegzudenken. 2014 beginnt jedoch die Leidenszeit. Kurz nachdem sich Kesha in Behandlung wegen einer Bullemie-Erkrankung begibt, verklagt sie ihren Produzenten Dr. Luke wegen sexuellem Missbrauchs. Die Verhandlungen ziehen sich anschließend über Jahre hin. Währendessen sitzt Kesha weiterhin in ihrem Vertrag bei Dr. Lukes Label fest und wird aktiv daran gehindert, eigenständig Musik zu veröffentlichen.

Im Jahr 2017 folgt endlich das große Aufatmen bei Kesha und ihren Fans. Der Prozess ist beendet, Kesha hat ein neues Label gefunden und kündigt für August das Album "Rainbow" an. 

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Album

Kesha - Rainbow (Artwork)

Kesha - Rainbow

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Nach vier Jahren Leidenszeit veröffentlicht Kesha ihr neues Album "Rainbows" und geht dabei in ihrer eigenen Genre-Vielfalt verloren. 

Video: Kesha - Praying:

Die musikalische Schweigenszeit hatte im Fall von Kesha keine Kreativpause oder etwa eine Schreibblockade zum Grund, sondern besitzt einen wesentlich traurigeren Hintergrund. Nachdem Kesha öffentlich bekanntgab, von ihrem ehemaligen Produzenten Dr. Luke sexuell belästigt und bedrängt worden zu sein, blieb sie über den Zeitraum der Gerichtsverhandlung in ihrem Vertrag gefangen und konnte deshalb keine Musik veröffentlichen.

Nun gibt es für Kesha aber endlich wieder Grund zur Freude: Die Verbindung zum Label und Produzenten sind getrennt und so hatte die 31-Jährige prompt eine Überraschung für ihre Fans parat. Via Instagram-Videos kündigte Kesha im Juli ihr Album "Rainbow" an. Es handelt sich dabei um die erste offizielle Solo-Veröffentlichung seit dem Album "Warrior" im Jahr 2012. 

"We both know the truth I could tell..." - Nach den Videoveröffentlichungen zu "Praying" könnte man schnell vermuten, die vergangenen Jahre würden wie ein Schatten über dem Album liegen. Eine ruhige, stellenweise bedrohliche Hymne, die deutlich zeigt, dass Kesha gedanklich noch in den Geschehnissen gefangen ist. Auch die Tatsache, dass das Album mit "Bastards" eröffnet wird, lässt wenig Interpretationsspielraum offen.

Die melancholische Kesha bleibt uns auf dem restlichen Album jedoch weitestgehend erspart / verwehrt. Mit "Let 'Em Talk" und "Boogie Feet" hat sie gleich zwei mal die Eagles Of Death Metal als Featuregast und führt somit die, größtenteils gescheiterten, Rockansätze der vergangegen Alben weiter. Wirklich "wichtig" fühlen sich diese beiden Tracks aber nicht an. Musikalisch zeigt sich Kesha von allen Seiten und lässt gerade deshalb ein spannendes Konzept vermissen.

Folk bei "Bastards", R&B-Vocals auf "Hymn", Disco- und Funk-Anleihen bei "Woman" und Country- oder Akustik-Ansätze bei "Hunt You Down" und "Godzilla" sorgen zwar für Abwechslung, funktionieren aber in dieser Form der Variation nur bedingt auf Albumlänge.

Video: Kesha - Rainbow:

Die Highlights des Albums sind schnell ausgemacht. "Woman" sticht besonders durch den Disco-beeinflussten Sound heraus und stellt einen der wenigen echten Momente auf dem Album dar, der so wirkt als hätte Kesha tätsächlich den Spaß an der Musik wieder gefunden. "Hunt You Down", eine offensichtliche Hommage an June Carter Cash, macht insbesondere wegen der ungewöhnlichen Klang-Text-Schere Spaß und "Godzilla" zeigt uns endlich mal die Kesha, welche auch ohne überladene Instrumentals á la "Tik Tok" funktioniert. 

Das Problem besteht darin, dass diese Stile nur schwer auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen sind. Kesha liefert auf "Rainbow" definitiv einige Pop-Highlights, nichtsdestotrotz bleibt die Frage, in welche Richtung sie sich damit entwicklen möchte. Selbstverständlich muss sich kein Künstler auf ein bestimmtes Genre festlegen, auf "Rainbow" wirkt es jedoch so, als hätte man versucht möglichst viele Stile abzudecken, ohne dabei jeden von ihnen auch auszuarbeiten.

Video: Kesha - Woman

Tracklist:

1. Bastards
2. Let 'Em Talk (ft. Eagles of Death Metal)
3. Woman (ft. the Dap-Kings)
4. Hymn
5. Praying
6. Learn to Let Go
7. Finding You
8. Rainbow
9. Hunt You Down
10. Boogie Feet (ft. Eagles of Death Metal)
11. Boots
12. Old Flames (ft. Dolly Parton)
13. Godzilla
14. Spaceship

"Rainbow" von Kesha erscheint am 11. August 2017 über Kemosabe Records.

Download & Stream: 

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