Kesha - Rainbow (Artwork)

Kesha - Rainbow

Artist: 
Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
mittelmäßig
gut
sehr schön
herausragend

Nach vier Jahren Leidenszeit veröffentlicht Kesha ihr neues Album "Rainbows" und geht dabei in ihrer eigenen Genre-Vielfalt verloren. 

Download & Stream: 

Video: Kesha - Praying:

Die musikalische Schweigenszeit hatte im Fall von Kesha keine Kreativpause oder etwa eine Schreibblockade zum Grund, sondern besitzt einen wesentlich traurigeren Hintergrund. Nachdem Kesha öffentlich bekanntgab, von ihrem ehemaligen Produzenten Dr. Luke sexuell belästigt und bedrängt worden zu sein, blieb sie über den Zeitraum der Gerichtsverhandlung in ihrem Vertrag gefangen und konnte deshalb keine Musik veröffentlichen.

Nun gibt es für Kesha aber endlich wieder Grund zur Freude: Die Verbindung zum Label und Produzenten sind getrennt und so hatte die 31-Jährige prompt eine Überraschung für ihre Fans parat. Via Instagram-Videos kündigte Kesha im Juli ihr Album "Rainbow" an. Es handelt sich dabei um die erste offizielle Solo-Veröffentlichung seit dem Album "Warrior" im Jahr 2012. 

"We both know the truth I could tell..." - Nach den Videoveröffentlichungen zu "Praying" könnte man schnell vermuten, die vergangenen Jahre würden wie ein Schatten über dem Album liegen. Eine ruhige, stellenweise bedrohliche Hymne, die deutlich zeigt, dass Kesha gedanklich noch in den Geschehnissen gefangen ist. Auch die Tatsache, dass das Album mit "Bastards" eröffnet wird, lässt wenig Interpretationsspielraum offen.

Die melancholische Kesha bleibt uns auf dem restlichen Album jedoch weitestgehend erspart / verwehrt. Mit "Let 'Em Talk" und "Boogie Feet" hat sie gleich zwei mal die Eagles Of Death Metal als Featuregast und führt somit die, größtenteils gescheiterten, Rockansätze der vergangegen Alben weiter. Wirklich "wichtig" fühlen sich diese beiden Tracks aber nicht an. Musikalisch zeigt sich Kesha von allen Seiten und lässt gerade deshalb ein spannendes Konzept vermissen.

Folk bei "Bastards", R&B-Vocals auf "Hymn", Disco- und Funk-Anleihen bei "Woman" und Country- oder Akustik-Ansätze bei "Hunt You Down" und "Godzilla" sorgen zwar für Abwechslung, funktionieren aber in dieser Form der Variation nur bedingt auf Albumlänge.

Video: Kesha - Rainbow:

Die Highlights des Albums sind schnell ausgemacht. "Woman" sticht besonders durch den Disco-beeinflussten Sound heraus und stellt einen der wenigen echten Momente auf dem Album dar, der so wirkt als hätte Kesha tätsächlich den Spaß an der Musik wieder gefunden. "Hunt You Down", eine offensichtliche Hommage an June Carter Cash, macht insbesondere wegen der ungewöhnlichen Klang-Text-Schere Spaß und "Godzilla" zeigt uns endlich mal die Kesha, welche auch ohne überladene Instrumentals á la "Tik Tok" funktioniert. 

Das Problem besteht darin, dass diese Stile nur schwer auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen sind. Kesha liefert auf "Rainbow" definitiv einige Pop-Highlights, nichtsdestotrotz bleibt die Frage, in welche Richtung sie sich damit entwicklen möchte. Selbstverständlich muss sich kein Künstler auf ein bestimmtes Genre festlegen, auf "Rainbow" wirkt es jedoch so, als hätte man versucht möglichst viele Stile abzudecken, ohne dabei jeden von ihnen auch auszuarbeiten.

Video: Kesha - Woman

Tracklist:

1. Bastards
2. Let 'Em Talk (ft. Eagles of Death Metal)
3. Woman (ft. the Dap-Kings)
4. Hymn
5. Praying
6. Learn to Let Go
7. Finding You
8. Rainbow
9. Hunt You Down
10. Boogie Feet (ft. Eagles of Death Metal)
11. Boots
12. Old Flames (ft. Dolly Parton)
13. Godzilla
14. Spaceship

"Rainbow" von Kesha erscheint am 11. August 2017 über Kemosabe Records.

Teile diesen Beitrag und like TONSPION, um keine wichtigen Musik News, Video-Premieren, exklusiven Streams oder kostenlose MP3 Downloads zu verpassen:

Ähnliche Künstler

Ähnliche News

Lady Gaga beim Carpool Karaoke (Foto: Screenshot)

Carpool Karaoke mit Lady Gaga

So viel hat James Corden noch nie geflucht
Kurz nach dem Release ihres Albums "Joanne" lädt James Corden Lady Gaga in sein Auto, um ihre besten Hits zu schmettern. Dabei entlockte sie dem Moderator allerdings mehr Unerwartetes, als er ihr.