The Killers

The Killers (Presspic 2020 Label: Universal Foto: Olivia Bee)

"It started out with a kiss / How did it end up like this?": Tja, diese Textzeilen aus dem Mega-Hit "Mr. Brightside" verkünden bereits den unschuldigen Indiebeginn der Band The Killers hin zu der glitzernden kometenhaften Stadion-Rock-Karriere der Musiker aus Las Vegas: 2020 erscheint mit "Imploding The Mirage" das sechste Album.

Gewohnt vollmundig spricht Brandon Flowers vom "musikalischen Höhepunkt", den man mit dem Album "Imploding The Mirage" erreiche. Zu hören sind darauf einige Gaststars wie K.D. Lang, Adam Granduciel von The War On Drugs, Songwriter Blake Mills, die Indie-Band Lucius und die Folkmusikerin Weyes Blood. Zu den Einflüssen gehören laut Band Kate Bush und Peter Gabriel, aber auch "Killers" Prüfsteine wie Bruce Springsteen und New Order. Die Erfolgsmischung aus Stadionrock und Electronica wird also fortgeführt.

Video: The Killers - Caution

2001: Gitarrist Dave Keuning aus der Show- und Spielermetropole Las Vegas sucht per Zeitungsannonce eine neue Band und es antwortet ein gewisser Brandon Flowers, der singen möchte, aber auch Keyboard und Bass spielt und ebenfalls ein glühender Fan der Britpop-Stars Oasis ist. Man veranstaltet Castings und so gesellen sich noch Drummer Ronnie Vannucci und Bassist wie Gitarrist Mark Stoermer dazu. So wie das Casting-Format ein prägendes kulturelles Ding der 2000er ist, so ist auch der Referenzkasten einer und die Band benennt sich nach einer fiktiven Band aus  dem Musikvideo zum Song Crystal von New Order: The Killers.

2004: Las Vegas ist bislang arm an Popbands, aber nach heimlichen Sessions in einen Proberaum der University of Nevada erwachsen erste Songs, die Hitcharakter haben sowie den NME auf die Band aufmerksam machen und ihnen einen Plattenvertrag bei Island Records sichern. Eine Tour mit der Indieband British Sea Power bringt ihnen viele Fans ein und nach nur drei Monaten im Studio ist das Debüt-Album "Hot Fuss" (2004) fertig. Darauf der unsterbliche Hit "Mr. Brightside".

Video: The Killers - Mr. Brightside

Es folgen Chartserfolge um Chartserfolge, ihr Idol Morrissey lädt sie als Support-Act für ihn ein und mit U2 können sie als Vorband Stadien begeistern. Plötzlich ist die Band jedermanns neuer Indieliebling und weltweit erfolgreich.

2006: Der Nachfolger zum Debüt erscheint und "Sam's Town" spaltet die Gemüter, denn die Band vollzieht darauf einen Imagewechsel. Schon das schwarz-weiße Artwork von Fotolegende Anton Corbijn deutet darauf hin, dass man sich nun erwachsener geben will und musikalisch werden die Rockgitarren lauter sowie die Synths leiser gedreht. Mit den Produzenten Flood und Alan Moulder hat man sich zudem Schwergewichte der Musikgeschichte an Bord geholt. Als Einflüsse für den neuen Sound nennt die Band Queen, U2 oder Muse und es ist klar wohin die Reise nun gehen soll: Von der Indie-Disco ins große Stadion.

Video: The Killers - All These Things That I've Done

2008: Das dritte Album "Day & Age" kann wieder mit einem riesigen Hit aufwarten, denn "Human" katapultiert sie in die oberen Ränge der Charts weltweit und wird zum Werbesong des TV-Senders Sky. Tonspion war damals wenig begeistert und schrieb: "Sie schicken ihrem Album eine wirklich unglückliche Single voraus. "Human" nölt es aus den Radios und ist nur enttäuschend – das Album hinterlässt einen bleibenden Eindruck: weil es spaltet."

Laut Flowers träfen in dem Song Johnny Cash und die Pet Shop Boys aufeinander. Die darin enthaltene Textzeile "Are we human, or are we dancer?" wird wegen des Grammatikfehlers darin diskutiert und lehnt sich an einen Kommentar von Hunter S. Thompson an, wonach Amerika eine "Generation von Tänzern (dancers)" hervorbringen würde. Der Fehler im Text ist Flowers herzlich egal, er lässt wissen: 

"Ich nehme an, es stört die Leute, dass es grammatikalisch nicht korrekt ist, aber ich denke, dass ich machen darf, was ich will."

Flowers gilt als eigenwilliger und schillernder Musiker wie Person, so ist er Mitglied der morminischen Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, für die er auch in einem Videoclip auf deren Homepage wirbt. Mit der Indieband The Bravery hat er sich jedoch einen wenig nächstenliebenden Kleinkrieg geliefert, er bezeichnete die Band als Imitatoren der Killers.

Die folgende Tour und persönliche tragische Ereignisse - so stirbt die Mutter von Flowers an einem Hirntumor - lassen die Band bis 2010 eineinhalb Jahre pausieren. Die Bandmitglieder arbeiten jedoch an Solo-Alben, so veröffentlicht Flowers "Flamingo", Drummer Vannucci bringt "Big Talk" heraus und Bassist Stoermer legt mit "Another Life" nach.

Video: The Killers - Human

2010: Es folgen mit "Battle Born" (2012) und "Wonderful Wonderful" (2017) weitere Erfolgsalben, die Band erhält zahlreiche Preise und Ehrungen wie eine Einladung des damaligen US-Präsidenten Barack Obama, am 4. Juli 2010 vor dem Weißen Haus als Teil der Feierlichkeiten zum amerikanischen Unabhängigkeitstag zu spielen. 2020 erscheint dann das sechste Album namens "Imploding The Mirage" - zwar ohne den bislang wichtigen Co-Autor Dave Keuning, der sich in Pause von den Killers befindet - das aber die fabelhafte Karriere auch nicht als Trugbild verpuffen lässt.

Diskografie The Killers:

2004: Hot Fuss

2006: Sam’s Town 

2008: Day & Age 

2012: Battle Born

2017: Wonderful Wonderful

2020: Imploding The Mirage

Alben

The Killers - Wonderful Wonderful (Artwork)
PREVIEW

The Killers - Wonderful Wonderful

Künstler Bio: 
Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
ordentlich
gut
sehr gut

Was waren The Killers in den letzten Jahre doch nahezu unhörbar geworden! "Wonderful Wonderful" ist noch immer purer Pomp-Gigantismus. Weiß an einigen Stellen dann aber doch zu gefallen.

Direct Hits

The Killers - Direct Hits

Künstler Bio: 
Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
ordentlich
gut
sehr gut
Chronologie eines Verfalls

The Killers waren einmal eine hoffnungsvolle Rockband. Auf ihrer ersten "Best Of" kann man ihren Weg vom ambitionierten Indierock in Richtung Schlager in 15 Songs chronologisch nachhören.

Battle Born

The Killers - Battle Born

Künstler Bio: 
Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
ordentlich
gut
sehr gut
Schillernder Bombast

„Wer trifft hat Recht“ sagt man im Sport, insofern haben The Killers alles richtig gemacht: Was ihre Chartplatzierung angeht, war jedes ihrer vier Alben erfolgreicher als der Vorgänger. Das gilt auch für „Battle Born“ ihr aktuelles Album, dessen Single „Runaway“ sich die furchtlosen Remixer RAC vorgeknöpft haben.  

Day & Age

The Killers - Day & Age

Künstler Bio: 
Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
ordentlich
gut
sehr gut
Qua vadis, Dekadenz?

Sie schickten ihrem Album eine wirklich unglückliche Single voraus. „Human“ nölte es aus den Radios und war nur enttäuschend – das folgende Album hinterließ einen bleibenden Eindruck: weil es spaltet.

Hot Fuss (Limited Edition)

The Killers - Hot Fuss (Limited Edition)

Künstler Bio: 
Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
ordentlich
gut
sehr gut
Glamour, Groupies & Gitarren

Die Killers haben sich mit The Bravery bekanntlich nicht nur gestritten, wer  von wem abgeschrieben hat, sondern auch, wer die meisten Mitarbeiterinnen der Plattenfirma flachgelegt hat. Ihre Sorgen möchte man haben, ihre Popsongs allerdings auch.

Hot Fuss

The Killers - Hot Fuss

Künstler Bio: 
Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
ordentlich
gut
sehr gut
Sounds british – made in USA

Das obligatorische “The” vor dem Namen, eine gute Single veröffentlicht und schon die NME-Lieblinge. Sind The Killers der letzte Hype dieses Jahres? Man muss ihnen jedenfalls zugestehen, dass sie verdammt gute Songs schreiben.

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Letzte Änderung: 30.06.2020