Here Come The Aliens

Kim Wilde - Here Come The Aliens

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Wer war in den Achtzigerjahren nicht verliebt in Kim Wildes unverschämte und unbekümmerte Rotzigkeit, mit der sie ihre unterkühlten-coolen Songs vortrug: Auf ihrem neuen Album „Here Come The Aliens“ will sie die Frische und Frechheit von damals wiederaufleben lassen.

Mit unschlagbar poppigen und wegweisenden New-Wave-Hits wie „Kids In America“, „Chequered Love“ und „Cambodia“ wurde Kim Wilde zur Ikone, irgendwann wurde es jedoch still um sie, doch in den letzten Jahren tourte Wilde immer wieder mit anderen wiederauferstanden Stars der Achtzigerjahre wie The Human League oder Visage. In Deutschland hatte sie 2003 mit einem Nena-Duett großen Erfolg und orientierte sich dann lange an dem Aufwärmen alter Songs in neuem Sound-Gewand.

Auf ihrem neuen Album „Here Come The Aliens“ präsentiert sie nun eher rockige Kost mit dick aufgetragenem Synthieaufstrich und ihre markante nasal-trotzige Stimme wird dabei leider allzu oft mit Studiotechnik verändert.

Kim Wilde – Kandy Krush

Das Album wurde von ihrem Bruder Ricky Wilde produziert, der schon den Megahit „Kids In America“ schrieb und pushte. Es ist den Geschwistern anzumerken, dass sie diesen Geist wieder heraufbeschwören und sowohl neue Einflüsse als auch Retro-Elemente miteinbinden wollen: Irgendwie ist von allem zu viel da und durchaus schöne minimale Synthintros wie bei „Birthday“ werden schnell mit allen verfügbaren Produktionsmitteln zugekleistert.

Und so geht es weiter: Das Lied „Stereo Shot“ beginnt mit einem von dem Smiths-Song „How Soon Is Now“ geklauten Riff und wandelt sich dann in ein Goldfrapp-Glamdisco-Stück. „Kandy Krush“ will dann sehr offensichtlich an die Energie von „Kids In America“ anschließen und gehört noch zu den Highlights des Albums, das in einer allzu glattgebügelten sowie gleichzeitig überladener Produktion ertrinkt.

Wilde gerät damit in die gleiche Falle wie Blondie mit ihren letzten Alben: Rock-Klischees und kalte Mechanismen stehen den Liedern im Wege, in denen einst Rotzigkeit und Kühle zu unwiderstehlichen Popsongs verschmolzen wurden.

Tourdaten:

02.10.2018 DE – München, Muffathalle

03.10.2018 CH – Zürich, Volkshaus Zürich

04.10.2018 DE – Mannheim, Capitol

06.10.2018 DE – Köln, Live Music Hall

07.10.2018 DE – Bremen, Pier 2

08.10.2018 DE – Bochum, Zeche

09.10.2018 DE – Hamburg, Große Freiheit 36

11.10.2018 DE – Schwalmstadt, Festhalle

12.10.2018 DE – Hannover, Capitol

13.10.2018 DE – Berlin, Huxleys Neue Welt

15.10.2018 DE - Frankfurt/Main, Batschkapp

16.10.2018 DE – Stuttgart, Theaterhaus

17.10.2018 DE – Nürnberg, Hirsch

19.10.2018 AT – Wien, Ottakringer Brauerei

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