king orgasmus cover

Welcome to the Hood

King Orgasmus One

Redaktionswertung: 
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Primitiv effektiv: King Orgis neues Album klingt, als hätte es die letzten fünfzehn Jahre nie gegeben.

Bassboxxx. Früher, als die Handys noch aufklappbar waren, hat man die Songs des Berliner Untergrunds-Labels wild auf dem Pausenhof via Bluetooth getauscht. Jahre später hat sich einiges verändert - Frauenarzt erlebt sein Rap-Revival auf Party-Trap, Manny Marc macht Ballermann-Hits und bei Orgi.. nunja, eigentlich ist bei King Orgasmus One alles beim Alten.

Video: King Orgasmus One - "Jacksons" (feat. Finch Asozial & MC Bomber)

Als hätte es die letzten fünfzehn Jahre nicht gegeben, pöbelt Orgi69 über rumpelige Beats und präsentiert seinen derb-vulgären Lifestyle aus Drogenkonsum und Sexkapaden, garniert mit einer ordentlichen Portion Machotum und Pointen weit unter der Gürtellinie. Stumpf ist Trumpf lautet das Mantra auf "Welcome to the Hood" und man schwankt beim Hören zwischen Gesichtverziehen und Schmunzelkick ob so mancher sinnloser Zeile. Wer ein Problem damit hat, beim Musikhören das Gehirn komplett auszuschalten, kann sich das Reinhören von vornherein sparen.

Musikalisch längst überholt, klingt Orgi 2018 wie ein einziger Anachronismus: Während man in weiten Teilen der Rapszene das Gefühl hat, es forme sich allmählich sowas wie ein soziales Bewusstsein für den Unterschied zwischen Punchline und plattem Sexismus, lässt sich das von King Orgasmus One freilich nicht behaupten. Zu einem weiteren Sit-In bei Alice Schwarzer wird es dennoch nicht kommen, denn statt die heilige Jugend zu vergiften, kitzelt er lieber Nostalgie aus seiner alteingesessenen Fanbase heraus. Zumindest die könnte an "Welcome to the Hood" ihre Freude haben.

Video: King Orgasmus One - "Geil für immer" (feat. Frauenarzt)

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