Kirin J Callinan

Kirin J Callinan (Pressebild)

Wer ist der Mann der sich selbst als Weirdo bezeichnet, ebenso die Musik, die er macht? Und warum fahren Musiker wie Mac DeMarco, Owen Pallett oder Alex Cameron so auf ihn ab?

Um das herauszufinden, bleibt nichts anderes, als sich die Musik des Australiers mit eigenen Ohren anzuhören. Denn die steckt voller Überraschungen und Stil-Wechsel, die alles sein dürfen, aber nicht langweilig.

Deshalb mischt er 80er-Pop, Guetta und einem Hang zu experimentellem Weirdo-Rock. 2017 erscheint sein zweites Album "Bravado". 

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Album

Bravado
TONSPION TIPP

Kirin J Callinan - Bravado

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Kirin J Callinan spielt mit unseren Hörgewohnheiten und vermischt grandios Indie-Folk/Pop mit trashigem Euro-Dance. Eine der unterhaltsamsten Platten des Jahres.

Einige nennen ihn ein Phänomen, andere einen Außenseiter, einen "Weirdo": Dabei ist Kirin J Callinan in allererster Linie die Authentizität in Person. In Zeiten, in denen sich scheinbar jeder online inszeniert und sein inneres Selbst dabei bis aufs Äußerste unterdrückt, ist Kirin J Callinan von Haus aus so absonderlich, wie er scheint.

Seine extrovertierten Posen wirken weder gespielt noch aufgesetzt. Und die Musik, die Callinan dann auf Solopfaden zu Werke bringt, scheint tiefster Ausdruck seiner Persönlichkeit zu sein, ein Spiegelbild, von dem er will, dass jeder es sieht.

Auf dem Cover seines zweiten Albums "Bravado" muss Callinan - mit dem Gesichtsausdruck einen trotzigen Kleinkinds - seinen (scheinbar) eigenen Urin trinken. Es plätschert in großen Tropfen auf ihn herab. Das alles sieht man nicht auf den ersten Blick, erst bei genauerem hinsehen, steigt der Ekelfaktor und doch ist genau dieses Cover ein Sinnbild der neuen Platte.

Kirin J Callinan

"Ich versuche eine klare, dreckige Message zu vermitteln. Konfuse, zwiespältige Statements in die Welt zu entlassen, nur um zu schauen, was passiert, wie die Leute das aufnehmen und wie sie reagieren" (Kirin J Callinan)

Hinter der mit Euro-Dance und Kitsch überzogenem Fassade hat er eine der spannendsten Platten der letzten Wochen veröffentlicht- und einen der besten Songs, die je über Drogen gemacht worden.

Dass hinter seiner Musik starke, clevere Songstrukturen und strukturierte Melodien stecken, hören viele erst, wenn sie sich durch den Trash-Dschungel gekämpft haben.

Neben Pianoballaden ("Family Home) und sich episch aufbauenden Uptempo-4-to-the-Floor-Pop-Disko-Eskapaden bekommt man sämtliche Genres serviert, die nicht bei drei auf den Bäumen waren. Hier ein bisschen Coldplay, da Swedish House Mafia oder David Guetta und trotzdem schafft es Callinan aus all diesen Zutaten am Ende cleveren Pop zu zaubern.

Zugänglicher als sein Debüt "Embracism" ist "Bravado" auch wegen der ähnlich neben der Genrespur agierenden Kollaborationen. Mac DeMarco ("Friend Of Lindy Morrison"), Connan Mockasin ("Living Each Day") oder Alex Cameron in dem cineastischen Meisterwerk "Big Enough".

Ein Tipp: Wer sich von der Absurditat dieses Albums zu schnell verschrecken lässt, dem entgeht feines Stückchen Musik eines Musikers, der aus der Masse heraussticht und unsere Hörgewohnheiten hinterfragt. Ein echter Typ in einer viel zu angepassten Musikszene. Obendrein hochtalentiert und: aktuell auf Tour!

Kirin J Callinan live

01.10.2017 Berlin, Kantine Berghain
02.10.2017 Hamburg, Nochtwache
04.10.2017 Köln, artheater

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