Nothing, Sir!

Nothing, Sir!

Kissogram

Redaktionswertung: 
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gut
sehr gut

Ungefähr zeitgleich mit dem Tonspion, entstand Kissogram im Wohnzimmer von Jonas Poppe. Das war im Sommer 1999. Das Instrumentarium hatte man sich vom Flohmarkt zusammengesammelt und das hat sich bis heute kaum geändert.

Trotzdem schafften Kissogram mit "If I Had Known This Before" im Woody-Remix einen amtlichen Chartshit und den Durchbruch. Dennoch wollten sich Jonas Poppe und Sebastian Dassé nicht auf Rave-Hymnen festlegen lassen und hielten fest an ihrer ganz eigenen Idee von Atari-Pop. Auch auf dem neuen Album "Nothing, Sir!" regiert das kreative Chaos und Moritatensänger Jonas Poppe gibt uns den modernen Macky Messer. "Bohemian Disco Wave" nannte die Züricher Wochenzeitung den Kissogram`schen Sound und trifft damit den Nagel ziemlich auf den Kopf.

Die Band selber erklärt ihre Arbeitsweise etwas ausführlicher so: "Man nehme eine Spieluhr und schickt sie durch eine Mundharmonika, dann zerhacke man die Mundharmonika, kabele sie an ein Grammophon, das man in eine Bassdrum stecke. Damit jage man grundlos einen arabischen Scheich in eine tschechische Vorstadtdisco und falle unterwegs mit einer Blaskapelle in die Moldau. In der Moldau lasse man sich einen weißen Flügel bringen und spiele "Helter Skelter" rückwärts. Die Melodie sampele man und presse sie auf eine Schallplatte aus Knäckebrot. Die Knäckebrotscheibe esse man und spucke drei Happen vor die Füße des Universal-Chefs. Dann schlafe man sieben Tage und sieben Nächte in der Carnegie Hall mit einer Flamencotänzerin. Man zeuge ein schwarzes Kind und nehme dessen Herztöne auf und programmiere Sie in eine Spieluhr.
Diese Spieluhr schickt man durch eine Mundharmonika ...". Noch Fragen? Dann einfach mal reinhören. (ur)

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