Flimmern

Flimmern

Klez.E

Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
ordentlich
gut
sehr gut

Klez.e, manchen als gefräßiger Internetwurm unangenehm in Erinnerung, mausert sich nun zu einem ganz großen Ding. Mit „Flimmern“ präsentieren die Berliner Jungs ihr zweites Album. Großes Kino ist das.

„Großes Kino“, „amtlich“ und „interessant“, das sind alles Beschreibungen, die in Albumrezensionen eher abschreckende Wirkung haben. Die gewöhnlichen Konnotationen dieser Beschreibungen einmal weglassend, passen sie aber perfekt zu dem neuen Album der fünf Berliner: Schicht um Schicht erschließt sich hier ein Koloss auf der riesigen Leinwand. Du wirst gefesselt und wirst hineingezogen in eine Geschichte, die Dich berührt. Eine Geschichte, deren Teil Du bist. Dazu ein Sound, der dem der ganz großen internationalen Schrauber in nichts nachsteht und eine Instrumentenflut und ein Ideenreichtum, die schlichtweg verblüffen. Sonic Youth, Delbo, Coldplay, Madsen, Radiohead, Echt (sic!) und The Notwist, alle stecken sie in dem Sack, auf den Klez.e hemmungslos eingeprügelt und am Ende ihre eigene Form herausgezogen haben. Grenzen sind aufgehoben, alle Standards obsolet und ein Song kann immer noch ein weiteres Instrument oder Geräusch vertragen. Der Opener „Strandlied“ zieht einem die Schuhe aus. „Hellgelb“ öffnet Ohren und Augen. Nach „Tag im Fall“ glaubst Du an die ewige Liebe. „Surfen im Wahnsinn“ entlässt Dich schließlich fassungslos ins Hier und Jetzt zurück. Deutscher Rockpop in verdammt schlau und ganz groß. Ihr sagt Ihr fühlt Nichts beim Hören dieser Platte!? Und ich glaube Euch das nicht! (bb)

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