The Path Of Totality

Korn - The Path Of Totality

Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
ordentlich
gut
sehr gut

Ohne Neid erkennen wir an: Sie haben es geschafft. Mit ihren nun bald zehn Alben haben sich die NuMetal-Geburtshelfer Korn eine Nische von kaum fassbaren Ausmaßen geschaffen. Hier können sie tun und lassen, was sie wollen: Es funktioniert und befriedigt. Ihr aktuelles Projekt: Ein Dubstep-Album.

Es ist doch einfach so: Die Fans, die sich nicht spätestens angesichts der nichtssagenden Kornalbumzutatenparade "See You On The Other Side" von der Band abwandten, werden durch nichts zu erschüttern sein. Korn nämlich liefern zuverlässig ab: Massive Rockmusik zwischen Selbstzerstörung und Selbstbehauptung, stets durch die unverkennbare Arbeit der drei verbliebenen Originalmitglieder markiert. James Shaffer drischt die Subbassgitarre, Reginald Arvizu lässt den Bass klappern, Jonathan Davis singt, jault, peitscht an.

Das kann man guten Gewissens schon seit langem furchtbar finden, aber die selbstbewusste Routine, mit der die Band und ihre Mitglieder ohne Rücksicht auf Verluste ihr Ding machen, ist allemal beeindruckend. Reginald "Fieldy" Arvizus lahmes Hiphop-Soloalbum etwa, das er unter dem Namen "Fieldy's Dream" veröffentlichte, ist eben genau das: Die Erfüllung eines Traumes. Die Biografien der diversen Mitglieder und Exmitglieder - na, warum denn nicht? Und wenn sich die Band im Rahmen ihres MTV-Unplugged-Auftritts durch die wohl fürchterlichste Radiohead-Coverversion aller Zeiten schleppt und Jonathan Davis gemeinsam mit Robert Smith "In Between Days" zerkrötet, dann grollen wir nicht. Sie erfüllen sich Träume. Unsere Träume sehen anders aus, aber wir schreiben ja auch nur Rezensionen. Wir gönnen anderen ihr Glück.

Nun steht in Kürze das zehnte Studioalbum der Band bereit. Und wieder folgen Korn ganz ihren Instinkten: "The Path Of Totality" soll, so heißt es, ein Dubstep-Album werden, weil "it's important to stay on top of what's going on". Und dennoch soll es ganz nach Korn klingen.Verschiedene Produzenten tragen ihren Teil dazu bei, so zum Beispiel Skrillex, mit dem die Band schon einmal ihr interessantestes Stück seit Jahren produzierte. Letztlich jedoch wird "The Path Of Totality" zweifelsohne ebenso ein Dubstep-Album sein, wie das Deftones-Seitenprojekt ††† in Witch-House machte: Kaum. Zum ersten Mal seit langem sind wir jedoch gespannt, und zuversichtlich sowieso: Innerhalb der Meganische kann das nur funktionieren.

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