Kreisky - Blitz

Blitz

Kreisky

Redaktionswertung: 
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Die übellaunigste Band Österreichs schleudert auf ihrem fünften Studioalbum Blitze aus noisigen Gitarren in die Nervenbahnen der Zuhörer: Kreisky verwandeln darauf menschliches Versagen in Tanzwut.

Funkig kreischig beginnen Kreisky mit „Bauch Bein Po“, einem Track voller glitzerndem Irrsinn, in dem Sänger Franz Adrian Wenzl seine Frontman-Qualitäten herausschreit. Vielen dürfte Wenzl eher als Austrofred bekannt sein, einer Kunstfigur, die in absurd-anbetungswürdiger Freddy-Mercury-Optik Queen-Lieder auf österreichisch darbietet: So wird bei ihm aus „Another One Bites The Dust“ eben „Eich Dodln gib i Gas“.

Und das Benzin auf „Blitz“ ist derselbe freche Wahnwitz wie rasant-rotzige Songs wie „Mon General“, der minimalistische Trio-Track „Sudoko“ oder das lässig-leiwandige „Autokauf ist Männersache“ zeigen, die Wanda lässig links überholen können.

Kreisky – Veteranen der vertanen Chance

Kreisky gründeten sich im Jahr 2005 als vom heutigen neuen Austropop-Boom noch nicht viel zu spüren war, doch ohne sie wären Wanda, Bilderbuch, Der Nino aus Wien etc. wohl in dieser Form nie entstanden. Im Gegensatz zu den genannten Acts sind die konzentrischen Kreise von Kreisky jedoch größer, so vertonte die Band 2017 auch im Rabenhof Theater die kompromisslose Sibylle-Berg-Horrorvision „Viel gut essen“.

Dass auch Kreisky selbst bissige Zeitdiagnosen stellt, zeigen Zeilen wie „Geld kann man essen, also doch“ – „Jetzt stehe ich da: Ein Depp des 20. Jahrhunderts“. Deppert ist das ganz und gar nicht, sondern ziemlich durchtriebener und cooler Post-Punk.

Tourdaten:

07.5 München - Milla
09.5 Hamburg - Häkken
10.5 Berlin- Berghain Kantine
11.5 Köln - Subway
12.5 Stuttgart - Merlin

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