Kylie Minogue Golden

Kylie Minogue - Golden

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Sie hat in ihrer Karriere schon einige Wandlungen vollzogen: Nun präsentiert sich Kylie Minogue auf ihrem neuen Album „Golden“ als glitzernde Country-Queen mit penetrantem Bubblegum-Sound.

Pop-Kylie, Indie-Kylie, Sexy-Kylie, Dark-Kylie, Soap-Kylie: Wie eine Barbie-Puppe kann sich Miss Minogue all diese Stile überziehen und mit diesen spielen, ohne aber im Geringsten wie Plastik zu wirken. Nun also Country-Kylie mit viel Handclapping und Hüftschwung im Squaredance-Modus. Dass „square“ im Englischen dabei auch die Bedeutung von „altmodisch“ und „spießig“ hat, ist leider auch für die neuen Lieder Minogues von Bedeutung, denn sie klingen irgendwie alle gleich.

Video: Dancing

Der Titeltrack „Golden“ macht mit seinen Westerngitarren am Anfang Hoffnungen auf eine etwas spannendere Auslegung des Country-Genres, doch der immergleiche Refrain macht auch diesen Track zunichte: Man hatte es sich so schön vorgestellt bei der Ankündigung eines Nashville-Albums von Minogue und bereits von einem Hybrid zwischen ironischer Dolly Parton und düsterem Johnny Cash geträumt, doch herausgekommen ist eine niedliche bis naive Kindergartenliedersammlung, in der erbarmungslos in jedem Song ein quälender Mainstream-Ah-Ah-Refrain gepusht wird.

Eine Rettung wären Remixe, wenn zum Beispiel durch das ansatzweise lakonische „A Lifetime To Repair“ (ganz genau – bis der Refrain einsetzt!) die Muppets toben würden und ein wenig Anarchie in die kreuzbraven Songs bringen würden. Dem Lied „Music’s Too Sad Without You“ mit Jack Savoretti könnte sich dann Nick Cave als sinisterer Duettpartner annehmen und die Pet Shop Boys würden aus „Raining Glitter“ sicherlich auch mehr Glitzer herausholen. So bleibt „Golden“ leider nur ein fahles Flackern im Schießbudenstand irgendeines Volksfestes.

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