LA Priest - Gene (Albumcover)

Gene

LA Priest

Act der Woche
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LA Priest, aka Sam Dust, aka Sam Eastgate, träumt quasi seinen eigenen Elektropoptraum, den er auf seinem zweiten Album "Gene" freundlicherweise mit uns teilt: Pluckernde Melodien, kühle Beats und Yacht-Rock-Elemente fließen hier organisch zusammen.

Gene – so heißt eine analoge Drum-Machine, die LA Priest erdacht und erbaut hat: Über zwei Jahre tüftelte der Musiker in Isolation an dieser und stellt sie nun in den Mittelpunkt seines zweiten Albums. Diese selbst zusammen gelötete und im Inneren mit Dutzenden selbst gebauten Schaltkreisen ausgestattete Drum-Wundermaschine ist laut ihm viel beweglicher als andere und hält sich nicht an gegebene Rhythmen - auf dem Albumcover sehen wir sie, drappiert in einem Nest aus Moos geheimnis- und verheißungsvoll funkeln.

Mit viel Funk und Flair in der Stimme kreist dann auch die erste – passend betitelte - Single "What Moves" um seine Vision einer lebendigen Drum-Machine und apostrophiert dabei zugleich Prince als auch Caribou.

Video: LA Priest – What Moves

Der Sound ist dabei organischer als bei den teils aseptisch klingenden Hot Chip und wärmer als bei eklektischen Kollegen wie Metronomy. Zuweilen kommen Gedanken an die fragilen Rhythmen Radioheads auf, bei härteren denkt man gar an den kompromisslosen Aphex Twin.

LA Priests Songs sind dabei immer funkelnde verspielte Tracks, die sich im Laufe des Albums verdunkeln und melancholischer werden und im letzten Drittel geradezu mystisch werden.

Video: LA Priest - Rubber Sky

Freunde elektronischer, psychedelisch sowie poppig angehauchter Musik, ist der umtriebige Sam Eastgate sowieso schon länger ein Begriff, denn sowohl als Mitglied von Late Of The Pier sorgte er für Aufsehen als auch seine Kollaboration mit Connan Mockasin als Soft Hair.

All diese Erfahrungen fließen in "Gene" ein, das von einer spannenden Rhythmik lebt, mal leiernd, mal knarzend, mal experimentell, mal groovig, mal technoid, mal orientalisch angehaucht, mal krautig und auch mal ziemlich eingängig.

Video: LA Priest – Beginning

Und vielleicht hatte LA Priest ja beim Schreiben auch diesen kleinen genialen Song aus dem Kultfilm "Liquid Sky" im Kopf, der "Me And My Rhymtm Box" heißt und folgende klingende klirrende Zeilen enthält:

"Me
Me and my
Me and my
Me and my rythm box
Me and my rythm box
Are you jealous folks?
Are you jealous folks?
My rythm box is sweet
Never forgets a beat".

Am 28.10.2020 spielt LA Priest eine Show in Deutschland im Berliner Urban Spree, bei der man die einzigartige Gelegenheit bekommt zu diesen verträumt vertrackten Tracks wegzudriften.

LA Priest Live 2020:

28.10.2020,  Berlin: Urban Spree

"Gene" auf Spotify hören:

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