Liars

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Liars

Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
ordentlich
gut
sehr gut

Lügner haben lange Beine. Zwei Zentimeter fehlen Angus Andrew bis zur Zweimetermarke, seinem dreiköpfigen Bandungeheuer hingegen sämtliche Kriterien für eine einheitliche Genrezuordnung. So groß sind sie nun mal, diese Liars.

Der Tonträger ist gemeinhin ein Medium, auf dem der Status Quo eines wie auch immer gearteten kreativen Treibens festgehalten und damit auch (zumindest grob) eingeordnet werden kann. Das Liar’sche Treiben hatte in der Vergangenheit mal mehr, mal weniger Hand und Fuß, umfasste Noise und Schönheit stets zu gleichen Teilen, aber sträubte sich stets und leidenschaftlich gegen seine Schubladenverstauung. Was ist das, was die Liars seit rund sieben Jahren von sich geben? Kunstvolles, Kakophonisches oder konzeptionell Konzeptloses?

Auf Tonträger Nummer vier überrascht etwas mehr vom Letztgenannten. Freigeistig, ohne Vorgaben und mit Kreativanarchie im Kopf herrscht mehr Eingängigkeit auf dem neuen selbstbetitelten Album. War der Vorgänger „Drum`s Not Dead“ noch ein in sich um Rhythmus und Puls drehender, konzipierter Kracher, geht es heuer mehr um Melodien. „Liars“ ist voll von Beck’scher Lässigkeit, um dann mal Trip Hop reinzudroppen, sich Soundeskapaden zu leisten oder auch mal industriell stampfenden Rock zu schmettern. Da scheinen Unfälle, Unabsichtlichkeiten und andere Unberechenbarkeiten den Stein des Anstoßes gegeben zu haben. Der aktuelle Status Quo ist also klar: elf Versuche, die sich ohne Hintergrundgedanken oder Konzept zu verstehen geben. Durchsichtig ist dieses Treiben deshalb nicht, sondern eher groß. (Björn Bauermeister)

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