Anthems For Doomed Youth

The Libertines

Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
ordentlich
gut
sehr gut

Überraschung: Jahrelange Drogenexzesse haben die Oberstübchen der vier Jungs von The Libertines nicht komplett zu Matsch verarbeitet. "Anthems For Doomed Youth" ist sogar eigentlich ziemlich gut.

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Universal Music (http://www.universal-music.de/the-libertines/bilder/detail/pic:9963_372891)
Universal Music (http://www.universal-music.de/the-libertines/bilder/detail/pic:9963_372891)

Foto: Universal Music

Innovativ, neu und frisch klangen The Libertines nie. Nicht einmal dann, als sie ein Jahr nach dem großen The Strokes-Hype mit ihrem Debüt Up The Bracket auf der Bildfläche erschienen. Eher immer ein wenig ranzig, muffig und leicht verschroben. Das machte sie aber wohl als einzige Post-Punkband der Nuller Jahre authentisch bis in die fettig-verrauchten Haarspitzen.

Jetzt, elf Jahre nach ihrem erfolgreichsten selbstbetitelten Album, sind Sie wieder da. Pete Doherty, Carl Barât und die anderen beiden Typen, die wegen fehlender Drogeneskapaden oder Prügeleien zumindest nicht so oft durch die Medien schwirren wie ihre Kollegen.

Flashback: "Woke up again, too much regret / Getting sick and tired of feeling sick and tired again." The Libertines blicken in den Spiegel der Vergangenheit und treten dabei ihren koksgeschwängerten Dämonen gegenüber.

Der Song beginnt verhältnismäßig ruhig, geordnet, mit seichtem Kopfnicken hört man Barât und Doherty die Stadionrock-Hymne grölen und denkt sich: Ja man, das rockt! Der Song endet passend zur Bandgeschichte: Im Chaos. Aber ein verdammt ansteckendes Chaos.

Der Rest der Platte, vor allem "Heart Of The Matter" oder "Glasgow Coma Scale Blues", eignet sich sowohl für das Stadion- als auch das kleine Indie-Club-Publikum. Wer hätte gedacht, dass aus jahrelanger Drogensucht so ein Album entstehen kann. Waren die eigentlich jemals weg? Klingt nicht so.

Das wirklich Spannende an "Anthems For Doomed Youth" ist aber die Erkenntnis, dass sie nicht wie nach elf Jahren aufgewärmter Kaffee schmeckt. Es ist keine zweite "The Libertines"-Platte sondern vergleichsweise frischer, dynamischer und mit der gleichen "Fuck-it-Attitüde", die den Mythos um die Band hat größer werden lassen, als die Band selbst. 

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