Album

Champagne, Cocaine, Nicotine Stains

Lydia Lunch / Anubian Lights - Champagne, Cocaine, Nicotine Stains

Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
mittelmäßig
gut
sehr schön
herausragend
Ganz viel Unterground

Flohmarkt, Sonntags: Zwischen verarmten Studenten und albanischen Sonnenbrillenhändlern sitzt sie, die Lady. Nicht mehr extrem jung und nicht mehr ultra hip, aber mit viel Legende im Gesicht.

Fast ehrfürchtig durchwühle ich ihre Plattenkiste, die beste und vielseitigste des ganzen Marktes. Lou Reed, Hanoi Rocks, frühes Billy Idol-Zeug. Zwei knapp vierzehnjährige junge Frauen assistieren mir und sind auch schon ganz aufgeregt wegen den guten Stücken. Auf den Platten waren noch die Preisaufkleber der Plattenläden zu sehen: Record Exchange in Nottin Hill oder 101 Records in San Francisco. Die Lady war herumgekommen, sie kannte sich aus in der Welt. Die No-Wave-Ikone Lydia Lunch ist auch so eine Lady. Mit ihrere ersten Band Teenage Jesus and the Jerks begann sie 1978/79 in New York Furore zu machen um sich im Sonic Youth Umfeld später auch als Solokünstlerin zu etablieren. Nach Zusammenarbeit mit Nick Cave, Brian Eno oder auch den Neubauten entwickelte Lydia Lunch neben Interesse für Filme auch eine Begeisterung für Literatur. So bezieht sie sich auf ihrem Album "Matrikamantra" auf den rumänisch/französischen Schriftsteller E.M. Cioran, dem "traurigsten Denker des 20.Jahrhunderts" (FaS). "Nothing but Trouble" ist ein Jazz beeinflusstes Stück, das die wütende Frau Lunch dank des Einflusses der Easy Listening Elektroniker Anubian Lights überraschend gutgelaunt zeigt. (sz)

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