Color

Marc-André Dalbavie - Color

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Die Klänge, die Marc-André Dalbavie komponiert sind spektakulär schön, teilweise erschreckend und immer faszinierend. Er zeigt, wie weit die zeitgenössische Moderne sich mittlerweile von unhörbaren und sinnentleerten Kakophonien entfernt hat.

"Color" von 2001, unser Hörbeispiel und gleichzeitig das Titelstück der CD, verfolgt das interessante Konzept der Metatonalität, welches atonale (harmonisch nicht zusammenpassende) Töne ermöglicht, ohne eine grundlegende Tonalität ganz aufzugeben. Der Komponist versucht hier sogar explizit, seine abstrakten Kompositionsprinzipien wieder mit konventioneller Melodik anzureichern, kommt der Titel doch von der mittelalterlichen Bezeichnung für die verschiedenen Möglichkeiten, eine Melodie zu kreieren. Wie weit ihm das gelingt muß der geneigte Hörer selbst entscheiden, auf jeden Fall aber ist "Color" ein ziemlich beeindruckendes modernes Stück Musik, das man sehr gut hören kann.

Marc-André Dalbavie ist Jahrgang 1961. 1998 wurde er von "USA Today" als "best young composer" ausgezeichnet, nachdem er gleich bei mehreren der großen amerikanischen Orchester eine "composership in residence" innehatte. Schon in den 1980er Jahren hatte er u.a. durch Werke auf sich aufmerksam gemacht, bei deren Aufführung sich die Musiker über den gesamten Konzertraum verteilten. Vor kurzem wurde seine Komposition "Rocks under the Water" in Cleveland uraufgeführt, die die Bauten Frank Gehrys zum Thema hat.

Das "Orchestre de Paris", bei dem Dalbavie mittlerweile ständiger Komponist ist, hat sich unter der Leitung von Christoph Eschenbach als einer der weltführenden Klangkörper behauptet.

1 CD, ca. 65 Minuten

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