Maribou State - Kingdoms in Colour (Artwork)

Kingdoms in Colour

Maribou State

Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
ordentlich
gut
sehr gut

Erwartungen erfüllt: Maribou State liefern den Soundtrack für den Spätsommer und dabei ein Album, bei dem es kaum leichter sein könnte, es zu mögen. 

Audio: Maribou State - Nervous Tics (feat. Holly Walker)

In einem oftmals undefinierbaren musikalischen Kosmos zwischen Downtempo, Electro-Pop und R&B, rund um Künstlern wie Jamie xxBonobo und Mount Kimbie hat auch ein britisches Duo seinen Platz gefunden. Spätestens im Jahr 2015 haben Chris Davids und Liam Ivory alias Maribou State mit ihrem Debütalbum "Portraits" bewiesen, dass sie nicht nur starke Songs und Remixe im Gepäck haben, sondern auch auf LP-Länge zu überzeugen wissen. 

Auf "Kingdoms in Colour" gehen sie den Weg ihres gelungenen Erstlings konsequent weiter. Das Downtempo-Grundgerüst wird immer wieder durch Elektro-Pop-Momente, zumeist in Person von Dauergast Holly Walker, gestützt und kreiert damit ein Soundbild, welches gleichermaßen Ruhe und Energie ausstrahlt. Man will tanzen, obwohl man "Nervous Tics" oder "Feel Good" wohl auf keiner Tanzfläche des Landes vermuten würde. 

Audio: Maribou State - Feel Good (feat. Khruangbin)

Maribou State beherrschen es, Emotionen zu transportieren, ohne diese bewusst auszusprechen oder an die Wand zu malen. In den Melodien schwingt stets eine gewisse Melancholie mit und, ähnlich wie wir es auch von Mount Kimbie gewöhnt sind, weiß man oft gar nicht so recht, ob man glücklich, traurig oder nachdenklich gestimmt sein sollte.

Die Songs sind oft vollgepackt mit einzelnen Elementen, welche jedoch so gut ineinander greifen und ein gemeinsames Ziel verfolgen, weshalb die weit davon entfernt sind, überladen zu wirken.  

Dass Reisen, ferne Länder und fremde Städte als Inspiration für ein Album dienen, wirkt in der heutigen Zeit fast wie ein Klischee, das man hundertfach gehört hat. Im Fall von "Kingdoms in Colour" bekommt man jedoch das Gefühl, dieser Aussage endlich Glauben schenken zu dürfen. Immer wieder wirft das Duo eigene Samples von ihren Aufnahmen aus aller Welt ein und lässt damit das Gefühl einer musikalischen Reise mitschwingen, ohne diese aktiv nach außen zu kommunizieren. 

Ähnlich wie es bei "Portraits" der Fall war, fällt es auch jetzt wieder sehr einfach, dieses Album zu mögen. "Kingdoms in Colour" ist leicht, eingängig und könnte dennoch nicht weiter von Pop-Formeln entfernt sein. Das ist die Musik, die wir uns im Radio wünschen würden, die ihren Weg dorthin aber nicht schaffen wird. 
 

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