The Pale Emperor

Marilyn Manson - The Pale Emperor

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Marilyn Manson? Da war doch was. Seit seinem Durchbruch als "Antichrist Superstar" und der nachfolgenden Hetze der amerikanischen Konservativen gegen seine düstere Musik, ist es zuletzt etwas ruhiger um ihn geworden. Mit dem neuen Album könnte sich das wieder ändern.

Das Beste seit "Mechanical Animals" und "Antichrist Superstar" sei "The Pale Emperor". So ist es vielfach im Netz zu lesen. "Third Day Of A Seven Day Binge" - der dritte Tag eines einwöchigen Saufgelages, so lautet der Titel der ersten Single, die Manson im Netz verschenkt. Und als wäre das nicht schon großartig genug, zeigt sich Manson tatsächlich in Hochform: seine sinistre Vocal-Performance und die dreckigen, bluesgetränkten Gitarren sind auf dem Punkt.

Fast 20 Jahre nach "Antichrist Superstar" lässt es Manson heute etwas ruhiger und eingängiger angehen und will nicht mehr um jeden Preis schockieren. Stattdessen konzentriert er sich voll auf die Musik und arbeitete mit Filmkomponist Tyler Bates am neuen Album, den er am Set zu "Californication" kennengelernte, wo Manson einen kleinen skurrlien Gastauftritt hatte.

Manson und Bates, das klingt nicht nur auf dem Papier nach einer interessanten Paarung, sondern auch auf dem Album zeigt sich, dass sich die beiden bestens verstanden haben. Es hat zwar ein paar Monate gedauert, das Album fertig zu stellen, aber nur deshalb weil Bates nebenbei den Soundtrack zu "Guardians of the Galaxy" fertig stellen musste. "Zum ersten Mal bin ich freiwillig bei Tageslicht ins Studio gegangen. Was beweist, dass ich kein Vampir bin", so motivierend wirkte sich die Zusammenarbeit aus. 

Tracklist Marilyn Manson - The Pale Emperor

Nach wie vor erschreckt Mansons von Horrorfilmen inspirierte Erscheinung viele selbst ernannte Moralhüter. Nach den massiven Angriffen von amerikanischen Konservativen gegen Manson, weil die Amokläufer der Columbine High School im Jahr 1999 seine Musik gehört hatten, erhielt er dieses Jahr kurzfristig Auftrittsverbot in Russland, weil die dortigen religiösen Kräfte seine Konzerte als Verherrlichung des Sadomasochismus ansahen und von den Behörden verbieten ließen.

Vielleicht kommt sein neues Album genau zur richtigen Zeit, in der viele Menschen weltweit auf der Straße sind, um für Meinungsfreiheit zu demonstrieren. Denn dazu gehört auch die Freiheit, sich Kajal ins Gesicht schmieren und über Tod und Verderben singen zu dürfen. 

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