Froot

Froot

Marina And The Diamonds

Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
ordentlich
gut
sehr gut

Auf ihrem erstaunlich erwachsenen dritten Album spielt Marina And The Diamonds mit dem einarmigen Pop-Banditen und trifft dabei stets die richtigen Töne.

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"I found what I'd been looking for in myself", singt Marina Diamandis im Opener, und tatsächlich ist "Froot" geprägt von einer reifen, selbstsicheren Haltung und dabei angenehm unprätentiös.

Denn Marina And The Diamonds' drittes Album ist bei weitem nicht so bunt und poppig, wie der Titel vielleicht vermuten lassen würde, die Songs sind im Gegenteil durchweg unaufgeregt und größtenteils melancholisch gefärbt. Das stand der Britin schon immer gut und passt zudem ausgezeichnet zu ihrer markanten Stimme, die besonders bei den Balladen zur Geltung kommt und auch sonst von der weitgehend sehr zurückgenommenen musikalischen Untermalung bestens in Szene gesetzt wird.

Auf "Froot" gibt es keinen lustvoll campy Pomp wie beim Debüt "The Family Jewels" oder stampfende EDM-Beats aus Dr. Lukes Hit-Küche wie bei "Electra Heart". Stattdessen verlässt sich Marina ganz auf den inhärenten Glamour-Faktor ihres Organs und auf ihr Händchen für schlichte, aber schöne Melodien. Die werden getragen von einem sanft elektronischen Klangbett mit dezentem Gitarren- und Drum-Einsatz und Liebe zum Detail - klassischer, erwachsener Pop ohne Gimmicks und Special Effects, der nicht um Aufmerksamkeit bettelt und seinen Zauber erst bei mehrmaligem Hören ganz entfaltet.

Vor allem aber ist "Froot" ein Album aus einem Guss, was darin begründet liegt, dass Marina erstmals alle Songs im Alleingang geschrieben hat. Auch die Produktion ihrer dritten LP hat sie komplett selbst übernommen, unterstützt wurde sie dabei von dem in erster Linie als Faultline bekannten britischen Electro-Querdenker David Kosten. Herausgekommen ist ein rundes, ausgereiftes Werk einer talentierten jungen Künstlerin, die ihren Platz in der Welt und im Pop gefunden hat.

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