Mark Ronson - Late Night Feelings (Artwork)

Mark Ronson - Late Night Feelings

Redaktionswertung: 
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4 Jahre nach dem Erfolg von "Uptown Funk" hat Mark Ronson ein DJ-Trennungsalbum aufgenommen und dieses von ausschließlich weiblichen Stimmen vortragen lassen. Das Ergebnis funktioniert, dürfte aber nur den wenigsten Hörern im Gedächtnis bleiben. 

Adele, Amy Winehouse, Bruno Mars, Queens Of The Stone Age - Mark Ronson wird seit jeher zugesprochen, sich auf jeden Künstler und dessen Sound perfekt einstellen zu können und dadurch das Beste aus den Kollaborationen herauszuholen. Doch wo liegt der eigene Sound des 43-Jährigen mittlerweile? Bei "Uptown Funk"? Sicher nicht. Die vergangenen Soloalben liegen ein paar Jahre zu weit zurück, um eine verlässliche Antwort zu liefern. 

Das fünte Album "Late Night Feelings" ist ein Trennungsalbum. Ein DJ-Trennungsalbum. Klingt jetzt schon anstrengend, oder? Glücklicherweise hat Ronson tatsächlich sein Talent behalten, sich mit einer Mischung aus Elektro-Pop, Disco, Funk und Country-Momenten perfekt auf seine ausschließlich weibliche Feature-Schar einzustellen. Das wird spätestens dann deutlich, wenn Angel Olsen unerwartet auf einem 80s-Pop-Beat ertönt und man zuvor nicht für möglich gehalten hätte, diese Kombination überhaupt hören zu wollen. 

Ronson bleibt seiner gewohnten Linie treu, lässt verschiedene Genre nahtlos ineinander greifen und seine Trennungstexte auf ganz unterschiedliche Weise interpretieren. Manchmal hat man das Gefühl, dass Miley Cyrus, Alicia Keys oder Camilia Cabello die Texte stellvertretend für ihn vortragen, in anderen Momomenten sprechen Lykke Li oder die Newcomerin YABBA wohl eher zu ihm. 

"Late Night Feelings" wird auf jedem Dancefloor funktionieren. Dafür ist die Musik meistens zu tanzbar strukturiert. Der Musik steht dennoch eine ständige Trauer entgegen, die nicht ins Bild passen will und dadurch erst ehrlich wirkt. Eine Trauer, die in dieser Gegenüberstellung manchmal fast ironisch anmutet und sich wahlweise durch trotzigen Stolz oder desillusionierte Hoffnung äußert. Ein Album voller trauriger Dancesongs und starker Frauen - bleibt eigentlich nur die Frage, weshalb Robyn fehlt?

Dieser Gegensatz funktioniert auf "Late Night Feelings" durchgehend. Im Vergleich zu vielen anderen Produzentenalben bleibt Ronson immer im Vordergrund, obwohl sich die Musik zu keinem Zeitpunkt vor die Stimmen drängt. Alleine dieser Umstand spricht für Ronson, es bleibt nur immer die Frage, wie ein solches Album klingen könnte, wenn es nicht bis ins letzte Detail glattpoliert wäre. 

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