Electric Soul

Electric Soul

Marlon Roudette

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Der britische Sänger Marlon Roudette setzte bereits vor zehn Jahren mit seiner Band Mattafix ein Ausrufezeichen. "Big City Life" blieb zwar ein One-Hit-Wonder, dafür liefert er als Solokünstler Hit auf Hit. Jetzt erscheint zweites Soloalbum "Electric Soul".

Marlon Roudette beherrscht die Kunst melancholisches Songwriting mit federleichten Beats und karibischem Flair zu verbinden. Das ist kein Wunder schließlich lebte Roudette bis zu seinem 17. Lebensjahr auf der Karibikinsel St. Vincent.

Als Sohn des Musikproduzenten Cameron McVey (Massive Attack, Portishead u.a.) und Stiefsohn von Neneh Cherry bekam er sein Handwerkszeug schon in die Wiege gelegt. Bereits im Alter von sechs Jahren stand er zum ersten Mal für das Neneh Cherry Video "Manchild" vor der Kamera.

Dennoch geht er als Solokünstler seinen eigenen Weg und verbindet radiotaugliche Popmusik mit karibischer Steeldrum und hat damit ein Markenzeichen kreiert. Erstaunlicherweise funktioniert sein Sound besonders gut im deutschsprachigen Raum, während er in seiner Heimat England noch auf den Durchbruch wartet. 

Video: Marlon Roudette - When The Beat Drops Out

Was als Single bestens funktioniert, wird auf Albumlänge zu glatt und langatmig. Electric: ja, Soul: eher nicht. Wer den verschnarchten Opener "America" überstanden hat, wird hauptächlich mit gemäßigtem Tempo und Balladen konfrontiert, die zwar gefällig, aber eher gefühlsarm und austauschbar aus den Boxen wabern. Roudette ist zwar ein guter Songschreiber, aber kein herausragender Sänger. So bleibt Roudette vorläufig ein Fall für die Single-Charts - und für Uptempo-Nummern. Mit "When The Beat Drops Out" zeigt Roudette sein ganzes Potenzial als Hitschreiber und eroberte im Juli 2014 erneut die Spitze der deutschen Single-Charts.

Klarer Fall: der Sprint liegt dem begeisterten Sport-Fan Roudette besser als die Langstrecke.

Produziert wurde "Electric Soul" übrigens von Tim Bran und Roy Kerr, die bereits das gefeierte Debüt von London Grammar verantworteten.

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