Grüner Samt

Grüner Samt

Marsimoto

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Marsimoto, Marterias verkifftes Alter Ego, hat wieder das Mic übernommen, die ganze Welt mit grünem Samt ausgekleidet und verspricht jetzt Absinth für alle.

Marsimoto spielt virtuos mit dem Zitatenschatz des Hip-Hop. Die Idee für sein hochgepitcht quietschendes Alter Egos hat sich Marteria beim Liebling aller Kiffer, Madlib, die Maske von Rapper MF Doom und den Albumtitel von Torchs Meisterwerk inzwischen zehn Jahre altem Meisterwerk ausgeliehen. Derart ausgerüstet taugt man zwar nicht als Identifikationsfigur wie Torchman, es lässt sich so aber bestens über die Vorzüge von Gras und Absinth referieren und zugleich eine Geschichtsstunde in Sachen Hip-Hop erteilen, ohne dass sich irgend jemand überfordert fühlen müsste.

Marsimoto - Wellness (Video):

Dass „Grüner Samt“ nicht nur „something for the blunted ones“ geworden ist, liegt an Marsimotos Texten, die sich aus dem hermetischen Hip-Hop-Kosmos hinaus wagen, und trotzdem so locker klingen wie Stimmübungen. Zeilen wie „Van Gogh hat diesen Kampf damals verloren, eine Pulle Absinth, ab sind die Ohren“ dürfte bei Marterias jugendlicher Klientel jedenfalls für Fragezeichen sorgen. Dazu schlingern die Beats mal im Gänsemarsch, mal spastisch; ausgestattet mit einem feinen Gespür für Samples, die noch nicht tausendmal benutzt wurden. So hat „Grüner Samt“ Mixtape-Charakter ohne die dafür notorischen Schlampigkeiten.

Marsimoto - Grüner Samt (Der Film):

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