Matt Maltese

Matt Maltese

Der junge britische Singer-Songwriter Matt Maltese widmet sich vermeintlich banalen, alltäglichen Themen auf eine humorvolle Art und Weise. Mit seiner neuen EP madhouse fängt er die aktuelle globale Stimmung perfekt ein und bringt einen dabei zum Schmunzeln.

Themen wie die Banalität und die Einsamkeit des Lebens haben den 23-jährigen Künstler Matt Maltese schon immer schwer beschäftigt. Genauer gesagt hat er bereits 2018 einen Song geschrieben, der zur aktuellen Situation nicht hätte besser passen können. Vielleicht mauserte sich „As The World Caves In” von seinem Debüt-Album Bad Contestant deshalb zu einem aktuellen TikTok-Hit, der viele neue und junge Fans erreicht.

Die gefeierte Nachfolge-Platte des Londoners Krystal fungierte dann als mentale Bestandsaufnahme des eigenen Ichs bzw. als Abstreifen der alten Haut. So machte er nicht nur optisch, erkennbar an Matts Frisur, sondern auch musikalisch und textlich reinen Tisch mit seiner Vergangenheit inklusive einer kurz zuvor gescheiterten Beziehung. Nach einer US-Tournee sperrte er sich für Monate in seinem Zimmer ein,  „tagträumte und trauerte den wichtigen Menschen und Momenten seines jungen Lebens nach”. Und weil dieses Gefühlschaos 2020 aktueller den je ist, war Maltese mal wieder seiner Zeit voraus.

Im Jetzt angekommen macht sich der Alternative Singer-Songwriter also die globale kollektive Einsamkeit zu Nutze und lässt diesem Gefühl auf seiner neuen, so passend benannten EP madhouse freien Lauf. Doch die Platte ist nicht nur der Soundtrack zur täglichen Langeweile sondern vielmehr eine Ode an die „auf ewig hoffnungsvolle Suche nach Sinn und Liebe”, wie Matt selbst sagt. Ein durchaus tugendhaftes und hochtrabenedes Anliegen… zumindest solange Kontaktbeschränkungen neue Tinder-Bekanntschaften erschweren. Eine von Malteses größten Stärken war immer die trockene Art und Weise, mit der er seine zu Teilen ernsten, aber oft auch ironischen Texte vermittelt.

Genau wie der Vorgänger Krystal ist auch die neue EP madhouse in Matts Zuhause entstanden und zu großen Teilen von ihm selbst produziert. Vereinzelte Unterstützung gab es von Jonathan Rado (Father John Misty, Whitney) und Ben Baptie (Rex Orange County) bei der Produktion. Davon abgesehen spielt Brian D´Addario (The Lemon Twigs) auf der ersten Single „queen bee” Gitarre und Asha Lorenz von Sorry hat ihren Gesang dazu beigesteuert.

Ob Matt Maltese das alles so geplant hat, oder ob er einfach zur richtigen Zeit am richtigen Ort war und mit seinen Themen zufällig den Zahn der Zeit trifft ist nicht ganz klar. Diese Tatsache spricht aber auch für seine entwaffnend ehrliche Art. Sicher ist, dass seine neue EP madhouse  die ZuhörerInnen einerseits dazu einlädt, sich etwas von der aktuellen Situation abzulenken und andererseits als perfekter Soundtrack zum In-Selbstmitleid-Baden dienen kann. Die EP erscheint am 7. August 2020.

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Letzte Änderung: 10.08.2020