Max Richter

Max Richter 2020 (Foto: Mike Terry)

Max Richter (*1966) hat klassische Komposition und Klavier an der University of Edinburgh studiert und gehört heute zu den wichtigsten zeitgenössischen Komponisten.

Mit dem Klavierensemble Piano Circus nahm Richter insgesamt fünf Alben mit Musik von zeitgenössischen Komponisten wie Arvo Pärt, Brian Eno, Philip Glass und Steve Reich auf. Auch seine eigenen Werke sind von diesen Künstlern inspriert.

Mit Future Sound of London arbeitete Richter auch in der Welt von elektronischer Musik und Jazz und arbeitete im Jahr 2000 am Album von Drum'n'Bass-Legende Roni Size mit.

Seine eigene Musik ist stark inspiriert von Ambient, Filmmusik und minimal Music. 

Mit seinem zweiten Album "The Blue Notebook" (2004), auf dem er das Tagebuch von Franz Kafka (vorgelesen von Tilda Swinton) vertont, prägt er den Begriff der "Neo-Klassik", der Verbindung zeitgenössischer Stile mit Mitteln der klassischen Musik.

2008 produziert er das Album "Rocking Horse" von Kelis und veröffentlicht sein viertes Soloalbum "24 Postcards in Full Colour" – eine Kollektion aus 24 klassisch komponierten Werken, die auch als Klingeltöne gedacht sind. 

2015 veröffentlicht Richter da Projekt "Sleep", ein achteinhalbstündiges Musikstück, das das Publikum durch den Schlaf begleiten soll. Es beruht auf Variationen mehrere Themen und ist sehr langsam und ruhig, ohne aprupte Wendungen komponiert. Bei der Uraufführung im Kraftwerk Berlin werden Betten statt Sitzplätze bereit gestellt. 

2020 veröffentlicht Max Richter mit „VOICES" sein neuntes Studioalbum, das von der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte inspiriert wurde. Richter suchte für sein Projekt Lesungen der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte. Seinem Aufruf folgend erhielt er Hunderte von Einsendungen in über 70 Sprachen. Diese Lesungen bilden die Klanglandschaft von „Origins": sie sind die STIMMEN („VOICES“) des Albumtitels.

„In solchen Zeiten ist es leicht, sich hoffnungslos zu fühlen, aber so wie die Probleme unserer Welt von uns selbst verursacht werden, können auch die Lösungen von uns selbst kommen. Während die Vergangenheit feststeht, ist die Zukunft noch ungeschrieben, und die Erklärung enthält eine erhebende Vision einer besseren und gerechteren Welt, die wir erreichen können, wenn wir das wollen."

Diskografie Max Richter

Studioalben

Memoryhouse. BBC, 2002; FatCat Records, 2009

The Blue Notebooks. FatCat Records, 2004

Songs from Before. FatCat Records, 2006

24 Postcards in Full Colour. FatCat Records, 2008

Infra. FatCat Records, 2010

Recomposed by Max Richter: Vivaldi – The Four Seasons. Deutsche Grammophon, 2012

The Congress. Milan, 2014

Sleep. Deutsche Grammophon, 2015[6]

From Sleep. Deutsche Grammophon, 2015

Three Worlds: Music From Woolf Works. Deutsche Grammophon, 2017

Out of the Dark Room. (2-CD-Kompilation), 2017

The Blue Notebooks (15 Years). Deutsche Grammophon, 2018

Voyager – Essential Max Richter Deutsche Grammophon, 2019

VOICES - Decca Records, 2020

Filmmusik (Auswahl)

2006: Soundproof, Regie: Edmund Coulthard

2007: Hoffnung (Nadzieja), Regie: Stanislav Mucha

2008: Henry May Long, Regie: Randy Sharp

2008: Frankie Howerd: Rather You Than Me, Regie: John Alexander

2008: Waltz with Bashir (Vals im Bashir), Regie: Ari Folman

2009: Penelopa, Regie: Brian Ferris

2009: Lila, Lila, Regie: Alain Gsponer

2009: Die Wilde Farm (La vie sauvage des animaux domestiques), Regie: Dominique Garing & Frédéric Goupil

2010: Womb, Regie: Benedek Fliegauf

2010: Die Fremde, Regie: Feo Aladag

2010: My Trip to Al-Qaeda, Regie: Alex Gibney

2010: Sarahs Schlüssel (Sarah’s Key), Regie: Gilles Paquet-Brenner

2011: How to Die in Oregon, Regie: Peter D. Richardson

2011: Perfect Sense, Regie: David Mackenzie

2011: Impardonnables, Regie: André Téchiné

2012: Lore, Regie: Cate Shortland

2012: Das Mädchen Wadjda (Wadjda), Regie: Haifaa Al Mansour

2012: Disconnect, Regie: Henry Alex Rubin

2012: Stein der Geduld (Syngué sabour, pierre de patience), Regie: Atiq Rahimi

2012: Spanien, Regie: Anja Salomonowitz

2013: The Congress, Regie: Ari Folman

2013: Lunchbox (Dabba), Regie: Ritesh Batra

2013: Die Nonne, Regie: Guillaume Nicloux

2013: The Last Days on Mars, Regie: Ruairí Robinson

2014: The Green Prince, Regie: Nadav Schirman

2014: Escobar: Paradise Lost, Regie: Andrea Di Stefano

2014: Testament of Youth, Regie: James Kent

2014–2017: The Leftovers (Fernsehserie, 28 Episoden)

2015: Into the Forest, Regie: Patricia Rozema

2016: Das Morgan Projekt (Morgan), Regie: Luke Scott

2016: Die Erfindung der Wahrheit (Miss Sloane), Regie: John Madden

2017: Rückkehr nach Montauk (Return to Montauk), Regie: Volker Schlöndorff

2017: Feinde – Hostiles (Hostiles), Regie: Scott Cooper

seit 2017: Taboo (Fernsehserie)

2018: White Boy Rick, Regie: Yann Demange

2018: Werk ohne Autor, Regie: Florian Henckel von Donnersmarck

2018: Maria Stuart, Königin von Schottland (Mary Queen of Scots)

2019: Ad Astra – Zu den Sternen (Ad Astra)

Alben

Sleep

Max Richter - Sleep

Künstler Bio: 
Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
ordentlich
gut
sehr gut

Die meisten Komponisten wären beleidigt, wenn man sagte, ihre Musik sei zum Einschlafen. Nicht so Max Richter. Sein Album "Sleep" ist genau für diesen Zweck gedacht. Und es ist für genau eine Nacht durchkomponiert, 8 Stunden und 24 Minuten Musik zum Träumen.

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Letzte Änderung: 29.07.2020