Risk To Exist

Risk To Exist

Maximo Park

Redaktionswertung: 
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Ja, Maxïmo Park gibt es noch immer. Nach einigen zu vernachlässigenden Alben finden die Mannen aus Newcastle auf "Risk To Exist" wieder zurück in die Spur - dem Brexit "sei Dank".

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„Now the regimes that we’ve propped up have descended into a living hell“ heißt es im Titeltrack „Risk To Exist“, eine mit Widerhaken versehene Lead-Single. Angespornt durch die Antwort des Westens auf die Flüchtlingskrise, die hämische, überlegene Haltung der wohlbehüteten Tories und die kleinen, aber bedeutungsvollen Gesten der Liebe, die das Gute in dieser Welt bestätigen, ist der Song ein Schrei nach Mitgefühl. 

„Throw your arms around me, I’ve came too far and the ocean’s deep“.

Kendrick Lamar, Run The Jewels, Arcade Fire oder die Gorillaz: Über alle Genregrenzen hinweg kann sich kaum ein Act Kritik, an dem was gerade auf der Welt vor sich geht, verkneifen. Jetzt stimmt die Class of 2005 in Form von Maxïmo Park auch lautstark mit ein.

Thematisch zieht sich der Brexit durch beinahe alle Songs. Es geht ums oft ums durchhalten, viel ums gegenhalten und hinterfragen. Die aktuellen Eliten, sowie das vorherrschende Gesellschaftsmodell werden infrage gestellt. Antworten liefert die Platten keine, dafür aber Denkanstöße und die Frage, womit sie die ganze Misere eigentlich verdient haben.

"Es gibt keine Antworten auf dem Album - aber es ist gut und richtig die Welt zu hinterfragen, in der wir leben." Paul Smith

Musikalisch geht es - zur Freude der Nostalgiker - wieder ein bisschen zackiger zu. Stilgebend waren - und sind wieder - die kurzen, knalligen Gitarrenriffs. Feels like 2005?! Nicht ganz. Ein paar kleine elektronische Spielereien konnten sie sich dann aber doch nicht verkneifen. Dunkle Synthieflächen bauen sich ab und an auf, passen aber überraschend gut ins Gesamtkonzept. Sie geben dem alten Sound mehr Dringlichkeit, eine teilweise fast schon aggressive Note, was den mahnenden und anklagenden Lyrics eine größere Gewichtung gibt.

A Certain Trigger traf den Puls der damaligen Zeit und katapultierte Maxïmo Park in die erste Riege britischer Bands. Der Peak ihrer Karriere kam dann mit Our Earthly Pleasures und dem Überhit "Books From Boxes".

Nach einer längeren Durststrecke zwischen 2009 und 2014, mit Alben, die mit dem Output zuvor schlichtweg nicht mithalten konnten und voll mit verzweifelten versuchen gewesen sind, einen zweiten solchen Überhit zu schreiben, ist mit "Risk To Exit" jetzt Material da, das in Form und Inhalt wieder zu überzeugen weiß.

Maxïmo Park machen einen Schritt zurück und gewinnen dadurch an Fahrt. Die Briten waren sich ihrer Reichweite schon immer bewusst, hielten mit ihren Meinungen nie hinterm Berg. Jetzt haben sie die passende musikalische Verpackung und die typischen Maxïmo Park-Hook-Strukturen wiedergefunden. Es geht bergauf. Fehlt nur, dass der Rest der Gesellschaft auf die Mannen um Paul Smith hört und endlich auch zur Vernunft kommt.

"Risk To Exit" erscheint am 21. April 2017 via Daylighting / Cooking Vinyl

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