Metallica – And Justice For All

Metallica - And Justice For All

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"And Justice For All" ist das erste Metallica-Album nach dem Unfalltod von Bassist Cliff Burton und zugleich das erste, das es in die Top 10 der US-Charts schafft – trotz seiner eher bescheidenen Produktionsqualität.

Erst zwei Jahre zuvor ist das wegweisende "Master Of Puppets" erschienen. Mit "And Justice For All" legen Hetfield und Co. im September 1988 nach und legen den zuvor vertretenen Trash ad acta.

Wahnwitzige Tempowechsel und die episch langen Stücke mit vielen Riffs machen das Album zu einer der progressivsten Platten der Metallica-Geschichte. Das Titelstück sowie "To Live Is To Die" bringen es jeweils auf fast zehn Minuten Spielzeit.

Das Songwriting nimmt in Sachen Komplexität völlig neue, ungeahnte Ausmaße an, leider zu Lasten der Eingängigkeit. Nichts auf diesem Album bleibt direkt im Ohr hängen. Und dennoch ist fast jeder Song – rückblickend – ein Hit.

Das mehr als sieben Minuten lange "One", das die 1938 von Dalton Trumbo verfasste und 1971 von ihm verfilmte Geschichte "Johnny Got His Gun" wiedergibt, sorgt vor allem durch den dazugehörigen Clip für Furore. Es ist das erste Metallica-Video überhaupt, für das die Band eigens die Rechte am Film kaufte, um Ausschnitte daraus verwenden zu können. 

Auch wenn sich echte Fans wohl einig sind, dass "And Justice For All" im Vergleich zu "Masters Of Puppets" und dessen Vorgänger "Ride The Lightning" doch stark abfällt, macht das Album die Metalband zu echten Rockstars. Zwei Grammy-Nominierungen folgen, den Preis für "Best Metal Performance 1988" können die Jungs sogar mit nach Hause nehmen. Die Wegebnung für den kommerziellen Höhenflug der nächsten Jahre.

Und all das, obwohl das Album produktionstechnisch ein Desaster ist. Neuzugang Jason Newstedts Bass ist – Gerüchten zufolge Dank Lars Ulrichs Dazutun – viel zu leise abgemischt, das Schlagzeug schwach auf der Brust, insgesamt eine traurige Leistung mit zu wenig Druck, was das Hörerlebnis deutlich schmälert.

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