M.I.A. - A.I.M.

M.I.A. - A.I.M.

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Zu viele Ungerechtigkeiten passieren auf der Welt und auch zu viele Ungerechtigkeiten sind M.I.A. selbst im Mikrokosmos des Mainstream-Pop widerfahren. Auf „A.I.M.“ mischt sie beide Komponenten zu einer explosiven Mischung, packt sie in den Lauf und zielt.

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Ist Mathangi „Maya“ Arulpragasam nun durch ihre Kratzbürstigkeit eine selbstverschuldete Außenseiterin im Pop-Zirkus oder muss auch die Entertainment-Branche unbequeme, aber oft wahre Aussagen, Gesten und Taten aushalten können? Wie so oft hat sich die beiderseitige Abneigung wohl im Laufe der Zeit hochgeschaukelt und so ist M.I.A. vielleicht noch spannender und gefährlicher als je zuvor.

M.I.A. - Borders

 

 

Besonders die Idee von Grenzen („Borders“), die Flucht verängstigter Menschen („Jump in“), die Angst vor Fremdheit und die unterlassene Hilfeleistung oder gar falsche Hilfestellung des Westens im nahöstlichen Krisengebiet machen M.I.A. wütend. Dabei ist ihre Musik das beste Beispiel, wie ertragreich kulturelle Globalisierung sein kann.

In jedem Song entdeckt man folkloristische Klangbilder aus verschiedensten Winkeln des Erdballs. Dass es durch den wilden Mix aus wütend-aufbegehrendem Hip-Hop, monotonem Electro, süßem Pop, pumpendem Dancehall und schwer zugänglichen - zumindest für die Ohren der westlichen Welt - Nahostsounds auch zu misslungenen Experimenten kommt, ist logisch, aber nicht weiter schlimm.

Denn M.I.A. vertont, was in der Welt gerade vor sich geht und das ist chaotisch, beängstigend und verstörend. Aber eben auch hypnotisierend. Sie thematisiert nicht nur die globalpolitische Situation, sondern schafft es auch noch, die vielschichtigen Missstände in wenigen Zeilen auf den Punkt zu bringen.

M.I.A. - Go Off

Ob es wirklich M.I.A.s letztes Album sein wird - wie es im Vorfeld wieder einmal angekündigt wurde - wird die Zeit zeigen. Es ist einerseits zwar gut möglich, dass sie die Schnauze voll hat, andererseits weiß sie mittlerweile ebenso, wie Imagepflege und Manipulation im Showgeschäft funktioniert.

Dies führt dazu, dass M.I.A. nicht nur „die Oberen“ ärgert, sondern durchaus auch ihre eigenen Fans bisweilen irritiert. Solange es aber keine(n) KünstlerIn gibt, der/die sich vor den großen Themen nicht scheut, angreift und sich dadurch selbst angreifbar macht, würde M.I.A. eine riesige Lücke hinterlassen.

"A.I.M." erscheint am 09.09.2016 über Universal Music.

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